Musik von Kindern für Kinder: Die Pullums präsentieren ihr Debüt „Dumbala“

VERÖFFENTLICHUNG» 26.10.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Musik für Kinder wird meistens von Erwachsenen gemacht. Das Ergebnis trifft im Idealfall trotzdem den Nerv der Zielgruppe, ist aber selten wirklich authentisch. Anders bei den Pullums – hinter diesem Bandnamen verbergen sich Elias, Victor und Titus Jr. Vollmer. Die drei Brüder im Alter von neun bis dreizehn singen auf ihrem Debüt „Dumbala“ nicht nur, sie waren auch am kreativen Entstehungsprozess beteiligt, allerdings mit der Unterstützung ihrer musikalischen Eltern und zahlreicher befreundeter Musiker.

Die Songs der Pullums handeln von Geistern und Monstern, von Mäusen,  Ameisen und Hummeln, von coolen Typen und Wackelzähnen. So vielfältig wie die Themen sind auch die Stilrichtungen, bei denen sich die drei Brüder bedienen. Ob Jazz, Blues, Pop oder Rock – erlaubt ist, was gefällt. Musikalisch ist das Ganze äußerst professionell umgesetzt mit teilweise illustren Gästen im Boot. Der kubanische Pianist Andrés Alén  erschafft für „Oktavius, der Oktopus“ die passenden Meeresgeräusche, „Die Zahnfee“ wird dank José Luis Monton und Ana Salazar zu mitreißenden Flamenco-Nummer, und die Frontmänner der Spider Murphy Gang fordern gemeinsam mit den Pullums „Spui uns an Rock´n´Roll“.

Elias, Victor und Titus teilen sich die Solistenrolle brüderlich, überlassen aber auch mal den Großen den Leadgesang und übernehmen den Background. Ihre Stimmen sind dabei natürlich, ungekünstelt und teilweise noch sehr kindlich. Gerade das wirkt authentisch, wenn etwa der neunjährige Titus in „Schlechte Laune“ vor sich hin brummelt oder alle drei in „Volle Pulle“ mehr Geschwindigkeit fordern. Auch stimmigen Harmoniegesang haben die Jungs drauf, wie sie etwa im afrokaribisch inspirierten Titelsong „Dumbala“ mit Wally Warning  oder dem ruhigen Schlusstitel „So lieb“ mit Folksängerin Claudia Koreck beweisen.

Insgesamt hört man dem Album an, dass hier mehr Wert auf Spaß und Kreativität als auf Perfektion gelegt wurde. Die Pullums zeigen aber auch, dass sich musikalischer Anspruch, stilistische Vielfalt und kindgerechte witzige Texte nicht gegenseitig ausschließen, und sie erreichen mit ihrer Musik  deshalb Erwachsene ebenso wie Kinder. Bei uns hat dieses Album jedenfalls schon seine Familientauglichkeit bewiesen!