Nach der Endzeit ist vor der Endzeit – nulldB und ihr zweites Album

VERÖFFENTLICHUNG» 14.12.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Als am 14. Dezember das Album „Endzeit“ erschien, dachten tatsächlich noch einige über eine nahende Apokalypse nach. Hätte ja auch passieren können – vermutlich hätte keiner was gemerkt davon und wir wären in einem grellen Lichtblitz vergangen. Zumindest hat die neue Würzburger Rockformation nulldB einen Aufhänger für ihre zweite Album-Veröffentlichung gehabt. Neue Deutsche Härte und Weltuntergang – das passt wie das Amen in der Kirche.

Zum ersten Mal gesehen habe ich die Formation als Support für Alice Cooper in der Frankfurter Jahrhunderthalle. Eine solide Rockshow haben die Jungs da geboten. Allerdings habe ich sie nicht so hart in Erinnerung, wie sie nun im Albumformat klingen. Eine Mischung aus Nu Metal und Nu Rock – und natürlich wird man aufgrund der martialischen deutschen Texte immer mal wieder an Rammstein erinnert. Große Vorbilder lassen sich halt nicht verleugnen. Was gut ist: die Gitarrenarbeit spielt eine gewichtige Rolle und etwaiges Synthie-Gedudel hält sich schön im Hintergrund.

Die Bandmitglieder sind noch erfrischend jung, wenn sie auch schon seit vielen Jahren zusammen spielen. Hat Vorteile, wenn man als Schülerband beginnt. Wie Frontmann Franky sagt: „Wir spielen bereits seit dem Teenie-Alter zusammen und hatten schon mit weit unter 18 regelmäßig Auftritte.“ Die Erfahrung hört man deutlich. Und ganz vielschichtig klingen die Songs – wenn es auch kaum wirklich ruhige Parts gibt. Stattdessen mal eine orientalische Melodielinie, kleine elektronische Einsprengsel und immer wieder Texte, die zum Nachdenken anregen.

In Vorfreude auf Alice Cooper war ich – ehrlich gesagt – noch nicht so überzeugt von den Qualitäten der Band. Vielleicht war ich auch zu sehr abgelenkt von der genialen Schwarz-weiß-Bemalung des Gitarristen. Auf jeden Fall macht das Album Laune und es ist bei zehn Titeln kein Durchhänger dabei. Ein Tipp für Freunde harter deutscher Klänge.