New Order folgen dem Ruf der Sirenen und liefern ein letztes Mini-Album mit unveröffentlichten Songs

VERÖFFENTLICHUNG» 18.01.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Als Nachfolge-Band der legendären Joy Division haben auch New Order Musikgeschichte geschrieben und zählen mit Hits wie „Blue Monday“ und „Temptation“ zu den Vorreitern einer Szene, die in Zeiten des Post Punk und New Wave der Club- und Elektromusik der Gegenwart den Weg ebnete. Innovativ waren sie bis ins Jahr 1999, als sie mit „Get Ready“ ein eindrucksvolles, rockiges Comeback lieferten. Es folgte nochmal ein elektronisch angehauchtes Werk namens „Waiting For The Siren’s Call“ (2005), dann war Schluss. 2007 verkündete Bassist Peter ‚Hooky‘ Hook das Ende von New Order, seither widmen sich Hook, Bernard Sumner und Stephen Morris erstrangig ihren Soloprojekten.

Was bleibt ist Vergangenheitsbewältigung. Bereits im letzten Jahr erschien mit „Total“ eine große Joy Division / New Order Retrospektive, die das musikalische Werden der Band nachzeichnete und den neuen Titel „Hellbent“ enthielt. Ein spannender Streifzug durch die Musikgeschichte, der jetzt um einige unveröffentlichte Titel ergänzt wird.

„The Lost Sirens“ weist darauf hin, dass es sich um Überbleibsel der 2005er Session handelt. So gibt es nun sechs ganz neue Songs, die ungekürzte Non-Radio-Version von „Hellbent“ und einen bisher unveröffentlichten Mix von „I Told You So“. Die ersten vier Tracks klingen recht seicht, fast schon ein Zugeständnis an den poppigen Zeitgeist, ab „Hellbent“ kommt aber wieder echtes New-Order-Feeling auf. „I’ve Got A Feeling“ ist ein fantastischer Song, der einen ahnen lässt, wie ein neues Album hätte klingen können. Leider wurde nichts draus. „I Told You So“ ist zumindest ein versöhnlicher, fast schon autobiographischer Abschluss. Pflichtkauf für New-Wave-Nostalgiker!