Pascal Finkenauer nennt sein fünftes Album nach sich selbst

VERÖFFENTLICHUNG» 05.04.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Pascal Finkenauer stammt zwar aus Rheinland-Pfalz, macht aber schon seit vielen Jahren den Norden der Republik (sprich: Hamburg) unsicher. Vielen ist er bekannt, weil er dem Hit „An Tagen wie diesen“ von Fettes Brot im Refrain seine Stimme lieh – eine Stimme, die sehr markant ist und an Peter Heppner erinnert. Bereits das Debüt im Jahr 2004 nannte er „Finkenauer“ und auch das fünfte Werk betitelt er mit seinem Namen, diesmal als „Pascal Finkenauer“.

Musikalisch bietet er uns intelligente Arrangements, die immer eine dunkle Seite haben und psychedelische Einflüsse nicht verleugnen können. Elektronische Samples und sinnvoll eingesetzte rhythmische Strukturen erschaffen eine starke Soundkulisse, die sich vor allem in den längeren Tracks „Verzerrt“, „Brennende Autos“ und „Offen“ eindrücklich niederschlägt. Pascal Finkenauer hat die Blaupausen seiner zwölf neuen Lieder in zwei Jahren getextet und komponiert, und ist dann mit seiner neuen Band aus Freunden und großartigen Musikern in zwei kurzen Sessions für acht Tage ins Studio gegangen, um das Album direkt und live aufzunehmen, genau so, wie es auch auf der Bühne klingen wird. „Wenn Musiker gemeinsam in einem Raum spielen, kann da eine unglaubliche Dynamik entstehen, das wollten wir“, schwärmt Pascal von den zwei Sessions.

Größte Stärke des Songwriters sind seine eindringlichen, unter die Haut gehenden Texte und sein einfühlsamer Gesang. Und er scheut auch nicht davor zurück, die ungeschriebenen Gesetze der Songwriterkunst hinter sich zu lassen, presst Refrainzeilen in lange Sätze („Im Licht“), kämpft sich durch Floskeln wie „Ich bin nicht bei Trost, ich bin bei mir“ („Maschine“) oder übt sich in ironischer Selbstkritik („Lautes Lachen“).

Die schnellen, tanzbaren Songs unterbinden jede Form von Stillsitzen. Selten habe ich deutsche Musik gehört, die auf Anhieb so unter die Haut und in die Knochen geht. Treibendes Stakkato hier, chansonähnliche Songstrukturen da. Finkenauer verknüpft außergewöhnliche musikalische Ideen mit anspruchsvollen Texten. So entsteht vielleicht kein Radiohit, aber ein Album, das zum Nachdenken anregt.