Paul Simon Graceland (25th Anniversary Edition, CD & DVD)

VERÖFFENTLICHUNG» 01.06.2012
BEWERTUNG» 9 / 9
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Berühmtheit erlangte Paul Simon durch seine Zusammenarbeit mit Art Garfunkel und Folk-Evergreens wie „Bridge Over Troubled Water“, „The Sounds Of Silence“ oder „America“. Seine spätere, bis heute andauernde Solokarriere bot musikalisch mehr Abwechslung und farbenfrohe Höhe- und Tiefpunkte. Als Magnum Opus gilt bei vielen Beobachtern sein 1986 veröffentlichtes Album „Graceland“. Den zur Legende gewordenen Songzyklus bringt der 70-jährige US-Amerikaner nun als remasterte Wiederveröffentlichung heraus. Sieben Bonus Tracks und eine DVD runden die richtungsweisende Platte perfekt ab.

Bereits beim ersten Song, „The Boy In The Bubble“, nimmt Paul Simon den Hörer mit auf eine faszinierende Reise, die (musikalische) mehrere Kontinente umspannen wird. Am mitreißendsten wird der „Crossover“ beim zweiten Track. „Graceland“ ist im Grunde ein Country-Song im Stil der Everly Brother (die bei dem Stück übrigens mit von der Partie sind), der allerdings diverse afrikanische Weltmusikeinflüsse in sich aufsaugt und Paul Simon somit einen ganz eigenen Zungenschlag entwickelt. Was danach folgt, sind noch offensichtlichere Beispiele für dieses Phänomen wie „I Know What I Know“, „Diamonds On The Soles Of Her Shoes“ oder „Under African Skies“. Und natürlich der unumstrittene Stimmungsknüller der Platte, „You Can Call Me Al“.

Viele Werke aus den grenzwertigen 80ern sind schrecklich gealtert und taugen heutzutage bestenfalls noch als peinliches Zeitdokument. „Graceland“ ist das genaue Gegenteil davon. Verstanden viele den Weltmusik-Zungenschlag damals nicht, ist er heute das, was Simons Genie auszeichnet. Der US-Amerikaner verheiratet auf „Graceland“ viele unterschiedliche Musikstile und verwebt alles zu einem tadellosen Klangteppich, der vom ersten bis zum letzten Song überzeugt. Anhand der zum Teil bisher unveröffentlichten Bonus Tracks (unter anderem drei Demoversionen), des enthaltenen Entstehungs- und Hintergrundfilms „Under African Skies – Paul Simon’s Graceland Journey“ und einem umfangreichen Begleitheft versteht man das Werk anno 2012 noch ein bisschen besser und kann aufs Neue eintauchen. Dass das komplette Packaging im edlen Maxiformat daherkommt, passt zur künstlerischen Übergroße dieser LP-Ikone.