Pelican breiten auf „Forever Becoming“ ihre Flügel aus!

VERÖFFENTLICHUNG» 25.10.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Er erzählt so viele Geschichten, dieser Song. Und das ohne ein Wort zu sagen. Die Instrumentalrocker Pelican haben mit „Perpetual Dawn” ein grandioses Stück geschrieben, das einen mehr als würdigen Abschluss ihres neuen Albums „Forever Becoming” darstellt. Eine fast 10-minütige Reise durch die unterschiedlichsten Stimmungen, erzeugt durch Ambient-Sequenzen, die immer wieder Fahrt aufnehmen ohne jemals aus der Spur zu laufen. Dieser Ritt durch postrock-typische sich wiederholende Klangmuster und Haare zerzausende Riffs ist typisch für das gesamte Album. Vor allem „Immutable Dusk” ist aus genau diesem Holz geschnitzt.

From Dusk till Dawn liegen solche Perlen wie „Threnody”, ein energetisches Stück mit groovigen Bassläufen. Oder auch das vorwärts gewandte „Vestiges”, welches ein fast einminütiges Fadeout verpasst bekommt. Die Spielfreude ist dem Quartett also auch nach der Trennung von Gründungsmitglied  Laurent Schroeder-Lebec nicht abhanden gekommen. Im Gegenteil, sein Nachfolger Dallas Thomas, der schon seit zwei Jahren auf Tour Teil von Pelican ist, scheint sich bestens zu integrieren. An keiner Stelle vermisst man Gesang, so komplex und ausgefüllt sind die Songs. Immer wenn man glaubt, den Kern eines Liedes erkannt zu haben, zeigt er sich von einer anderen Seite.

Lediglich der Prolog in Gestalt von „Terminal” geht ebenso reduziert wie unbeirrt seinen Weg. Dann wird ein unglaubliches Pfund namens „Deny the Absolute” rausgehauen, bei dem man nicht genau weiß ob man die zügellose Energie oder die wunderbare Melodie am meisten schätzen soll. Fast jeder Songtitel hat einen Naturbezug und es braucht nicht viel visuelle Vorstellungskraft, um sich beispielsweise bei „The Tundra” in die kahlen Weiten des Nordens versetzt zu fühlen. Und so reist man insgesamt über die 50 Minuten von „Forever Becoming” auf sehr inspirierende Art durch die Naturgeschichte. Bis man irgendwann wieder bei „Perpetual Dawn” angelangt ist. Die Zeit bis dahin verging wie im Fluge.

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