Pet Shop Boys – Electric: Mit Stuart Price auf zu neuen Taten

VERÖFFENTLICHUNG» 12.07.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Neues von den Pet Shop Boys – in den 80ern war das ein Garant für Tanzflächenfüller und dauerhaftes Airplay im Radio. Wer erinnert sich nicht an „West End Girls“,  „It’s A Sin“ und „Suburbia“? In den 90ern gab es dann immerhin noch „Go West“, doch im Anschluss blieben die Chartbreaker aus. Man verlegte sich mehr auf Kollaborationen, das Produzieren anderer Künstler, die Verwirklichung ganz neuer Projekte. Wer genug Geld gemacht hat, kann sich so manche Freiheit erlauben. Dass Neil Tennant und Chris Lowe dabei mit vielen Heroen der Musikszene zusammengearbeitet haben (Kylie Minogue, Robbie Williams, Tina Turner) und ihnen oft zu Zeiten eines Karriereknicks wieder den nötigen Kick versetzten, muss gar nicht gesondert erwähnt werden.

Nun aber ist die Zeit für neue, eigene Alben gekommen. Erst kürzlich erschien „Elysium“ als Abschiedswerk beim Major Label EMI. Und wenige Monate später gibt es (wie zum Trotz) ein neues Album. Das erste, das sie auf ihrem eigenen Label x2 heraus bringen. Produziert wurde es erstmals von Stuart Price. Die neun Tracks vereinen alles, was die Pet Shop Boys seit jeher ausmachte. Da ist zunächst ein kraftvolles instrumentales Intro, das pure Elektromusik liefert. Quasi als Gegenstück gibt es zum Ende hin den Track „Vocal“, der die Bedeutung des Gesangs betont. Besser kann man die beiden Pole ihrer Musik nicht verdeutlichen.

Das Duo nimmt sich Zeit für die Songs, die sich meist im 5-Minuten-Rahmen bewegen. Schnelle Nummern für die Tanzfläche kann man immer noch daraus basteln. Wie in alten Zeiten gibt es auch eine Coverversion. Diesmal musste Bruce Springsteens „The Last To Die“ dran glauben und sich zu einer poppigen Hymne verwursten lassen. Nun gut. Songs wie „Love Is A Bourgeois Construct“ und „Vocal“ sind auf jeden Fall klasse. Eingängig und mit hintersinnigen Texten.

Von Dancefloor über moderne Clubmusik bis hin zu chilligen Trance-Klängen ist alles vertreten. Da wird ordentlich abgeliefert und die Pet Shop Boys zeigen im Verbund mit Stuart Price alle Facetten ihres Könnens. Für einen Charthit wird es wohl nicht reichen, doch ein ordentlicher Brocken für Nostalgiker und Elektronik-Enthusiasten ist allemal rausgekommen. Kein Grund, sich aufs Altenteil zurück zu ziehen.