Pohlmann greift mit „Nix ohne Grund“ nach den Sternen

BEWERTUNG» 8 / 9
DATUM» 10.05.2013
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Nach unzähligen Tourneen, Festivals und Live-Shows erscheint dieser Tage das vierte Album von Ingo Pohlmann. Der Wahl-Hamburger stammt ursprünglich aus Rheda-Wiedenbrück und ist gelernter Maurer, also recht bodenständig. Gute Voraussetzungen, um sich zunächst einmal als Straßenmusiker durchzusetzen und die sogenannte „Ochsentour“ durch Kneipen und Fußgängerzonen zu bestehen. Darin steckt die ureigene Form des Singer-/Songwriter-Rock in all ihren Facetten, das Sich-Stellen vor einer Menschenmenge in zufälliger Begegnung, die nackte Interpretation oft nur per Gitarre und Stimme.

Nach drei erfolgreichen Alben hat sich Pohlmann inzwischen etabliert, war im Vorprogramm von Ina Müller und a-ha unterwegs. Seine Songs leben von unerschöpflichem Facettenreichtum und der unschlagbaren Livepräsenz, die alle Songs auch in Studioversionen belebt. Die Leidenschaft schlägt in jedem Moment durch, egal, ob Pohlmann sich für die akustische oder die elektrische Gitarre entscheidet. Dass er jetzt öfters auch zum Verstärker greift, macht zwar den Straßenmusik-Gedanken ein Stück weit zunichte, ist aber nur konsequent, wenn er ein breiteres Spektrum zeigen will.

An der Single „Starwars“ hat mich zunächst gestört, dass der Anfang wie „Auf dem Weg“ von Mark Forster klingt. Doch schnell überwiegt die gute Iden, Yoda zu Wort kommen zu lassen: „Train yourself to let go everything you fear to loose“. Philosophisches Gedankengut zum Thema Lebensstil, eingepackt in eine nette Hintergrundgeschichte. Das ist Pohlmanns große Stärke. „Single In The Rain“ widmet sich den melancholischen Momenten des Lebens. „Schreib mir“ klingt zunächst wie ein x-beliebiges Jammerlied über unerwiderte Liebe – bis zu dem Moment, da klar wird, dass der Protagonist seine SMS erst vor einer Stunde abgeschickt hat und fast schon paranoide Züge entwickelt.

POHLMANN IMG_9288_Sven Sindt_1500

Diese kleinen Geschichten heben Pohlmann ab von gleichwertigen Kollegen wie Tim Bendzko und Philipp Poisel. Er lächelt still vor sich hin und verpackt seine Botschaften in ironische Momente, die manchem zum Schmunzeln bringen. Im Grundtenor beschäftigt sich das gesamte Album „Nix ohne Grund“ mit dem modernen Leben und dem Zeitalter des Social Networking. Mit kritischem Unterton, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Ein Album mit Seele, das vermutlich auf der Tour im Herbst noch stärker belebt wird, wenn Pohlmann seine Songs durch erzählerische Anekdoten ergänzt. Hier die ersten Daten:

Festivals

  • 25.05.2013 Neubrücke, Green Hill Festival
  • 06.07.2013 Wilhelmshaven, Wochenende an der Jade
  • 11.08.2013 Eschwege, Open Flair Festival

Nix Ohne Grund – Part 1

  • 27.09.13 Flensburg, Max
  • 28.09.13 Kiel, Max
  • 29.09.13 Hamburg, Große Freiheit 36
  • 30.09.13 Berlin, C-Club
  • 02.10.13 Bielefeld, Ringlokschuppen
  • 03.10.13 Köln, Gloria
  • 05.10.13 Bremen, Schlachthof
  • 06.10.13 Krefeld, KuFA
  • 08.10.13 Aschaffenburg, Colossaal (zusammen mit Cäthe)
  • 09.10.13 Stuttgart, Wagenhalle (zusammen mit Cäthe)
  • 10.10.13 Erlangen, E-Werk (zusammen mit Cäthe)
  • 11.10.13 München, Ampere (zusammen mit Cäthe)
  • 14.10.13 Münster, Jovel
  • 15.10.13 Rostock, Zwischenbau
  • 17.10.13 Wilhelmshaven, Pumpwerk
  • 18.10.13 Hannover, Musikzentrum

[youtube id=“V9s0lBRQD0k“ width=“600″ height=“350″]