Mit „So und nicht anders“ meldet sich Purple Schulz eindrucksvoll im Plattengeschäft zurück

VERÖFFENTLICHUNG» 26.10.2012
BEWERTUNG» 9 / 9
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Mit unvergessenen Hits wie „Sehnsucht“ und „Verliebte Jungs“ startete Purple Schulz Anfang der 80er seine Karriere. Seit 15 Jahren hat er zwar kein eigenes Studioalbum mehr veröffentlicht, war aber keineswegs untätig. Er spielte zahlreiche Liveshows mit seinem musikalischen Wegbegleiter Josef Piek, schrieb zwei Kindermusicals und arbeitete mit vielen deutschen Künstlern zusammen. Die überraschende Trennung von Josef Piek Ende letzten Jahres war für Schulz nun gleichzeitig Startschuss für einen Neuanfang und sein aktuelles Album „So und nicht anders“.

Purple Schulz hat dieses Album erstmals in Eigenregie produziert. Die meisten Lieder dafür entstanden gemeinsam mit seiner Frau Eri, und für die Aufnahmen holte er sich zahlreiche befreundete Musiker und Sänger ins Studio. Das Ergebnis entschädigt voll und ganz für 15 Jahre Wartezeit: 14 unglaubliche Songs mit Leidenschaft und Tiefgang,  von denen jeder einzelne schon beim ersten Hören einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.

Ein absolutes Highlight gibt es gleich am Anfang mit dem Opener „Ich hab Feuer gemacht“, ein wunderbares Plädoyer für Kreativität und Mut, das in einen vor Lebensfreude nur so sprühenden Schlusschor mündet. Da möchte man am liebsten direkt auf die Repeat-Taste drücken, aber auch die folgende Ballade „Vorbei ist vorbei“, die Trennung als Chance für einen Neuanfang interpretiert,  nimmt einen schnell gefangen.

Dass man als Hörer bei keinem Song gleichgültig bleibt, liegt hauptsächlich daran, dass Purple Schulz sich an komplexe und unkonventionelle Themen herantraut und diese musikalisch äußerst gelungen umsetzt. Da wird im schwungvollen Gassenhauer „Uns kann nix passieren“ mit Unterstützung von Heinz Rudolf Kunze sarkastisch Gesellschaftskritik geübt, und „Fragezeichen“, das Schulz noch gemeinsam mit Josef Piek schrieb, schildert einfühlsam das Leben aus Sicht eines Alzheimer-Patienten. „Wofür?“ ist der verzweifelte Aufschrei eines geplagten Vaters, der sich auf der Party seiner Teenager-Kids wiederfindet, und „In völliger Dunkelheit“ die etwas düsterere Purple Schulz-Variante der Thematik von „Ich war noch niemals in New York“.

Besonders unter die Haut geht  „Die dünne Wand“, das den plötzlichen Übergang von scheinbar kontrollierter Normalität in krankhaften Wahnsinn beschreibt, welcher durch anfangs untermalende und sich dann dramatisch steigernde Streicher musikalisch eindrücklich erlebbar wird. Ähnlich berührend ist auch das ruhige „Auf dem Grund“, ein Lied aus der Feder von Dania König, die es hier mit Schulz im Duett singt. Noch mehr weibliche Unterstützung bekommt der Sänger übrigens von Christina Lux bei „Geheimnis“ oder von Regy Clasen  in der Ballade „Kleine Geschichte vom Ende einer großen Liebe“  und dem mutmachenden „Spiegeln“.

Tiefgründige Inhalte lassen sich natürlich auch in mitreißende Songs verpacken, wie „Wir haben alle was zu sagen“ beweist, oder „So macht das keinen Spaß“, eine bissige Abrechnung mit fanatischer und falsch verstandener Religiosität in jeder Form. Am Schluss wird es aber nochmal ganz leise, wenn Schulz sich in „Der letzte Koffer“ auf bewegende und tröstliche Weise mit dem Thema Sterben auseinandersetzt. Ein würdiger Abschluss für eines der besten deutschsprachigen Alben dieses Jahres!

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1 Kommentar

  1. .. er ist und bleibt einer der wenigen wahren deutschsprachigen Musiker !!!

    .. für sein neues Album wünsch ich ihm maximale Erfolge !!!!!!!!!

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