Pusteblume statt Katzenjammer – Marianne Sveen präsentiert mit ihrem Soloprojekt Dandylion „Images Under Construction – Selections“

VERÖFFENTLICHUNG» 22.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Bei uns ist Marianne Sveen bisher hauptsächlich als Teil der erfolgreichen Frauenband Katzenjammer bekannt, wo sie unter anderem an der Bass-Balaleika eine tolle Figur macht. Die norwegische Künstlerin ist aber auch solo unterwegs. Als Dandylion hat sie in den letzten Jahren die EP-Trilogie „Images Under Construction“ produziert und veröffentlicht. Die besten Songs daraus erscheinen nun zusammengefasst auf dem Album „Images Under Construction – Selections“.

Wer von Dandylion etwas Ähnliches wie den Gute-Laune-Folk-Rock-Mix von Katzenjammer erwartet, wird allerdings enttäuscht. Dafür darf man den Albumtitel ruhig wörtlich nehmen, denn Marianne Sveen experimentierte für „Images Under Construction“ mit alten und neuen Aufnahmen und versuchte die Magie des Momentes einzufangen. So ist im Opener „The Monster“ etwa die atmosphärische Pianobegleitung genau so zu hören, wie Marianne sie zum allerersten Mal auf ihrem Wohnzimmerklavier eingespielt hat.

Die drei EPs sind stilistisch sehr unterschiedlich, und dementsprechend vielseitig präsentiert sich diese Zusammenstellung. Da gibt es eindringliche mystische Balladen wie „Mama Bear“, kraftvollen, düsteren Soul mit „Don´t Weigh Your Head“ oder „The Passenger“ und elektronische Spielereien in „Never Look Down“  und „Don´t Take Me Dancing“. „Help Me Forbid“ besticht durch seine wunderbaren Background-Harmonien und den plötzlich hereinbrechenden Refrain, und „Fall Out“, das einzige Cover des Albums, wirkt in Mariannes Version wie eine abgedrehte Rock-Session. Mein persönlicher Favorit ist das von ruhiger Ukulele getragene „Supposed To Have Wept“, das von den Schwierigkeiten ein Beziehung mit einem verwitweten Mann erzählt.

Die Songs auf „Images Under Construction – Selections“ sind nicht gerade einfach oder eingängig, aber auf jeden Fall immer spannend. Marianne Sveen zeigt sich als Dandylion wandelbar und mit vielen neuen Facetten, die es durchaus zu entdecken lohnt.