Rebekka Bakken – „Little Drop of Poison“: Ein Album im Geist von Tom Waits

VERÖFFENTLICHUNG» 23.05.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Nachdem die norwegische Sängerin auf ihren letzten Alben hauptsächlich mit eigene Songs bezauberte, hat Rebekka Bakken sich nun ein ganz besonderes Projekt vorgenommen. Auf dem aktuellen Album „Little Drop of Poison“ interpretiert sie gemeinsam mit der hr-Big-Band Songs von Tom Waits.

Die Auswahl der 16 Stücke scheint willkürlich, umfasst jedoch Tom Waits gesamtes musikalisches Werk. Da finden sich frühe Titel wie die Barpiano-Ballade „Christmas Card From a Hooker in Minneapolis“ von 1978  ebenso wie „Bad As Me“ von Waits letztem Album. Passend zur provokanten Aussage vieler Stücke ist Rebekkas Gesang hier eher von Ausdruck als von Schönheit geprägt. Den Titelsong „Little Drop of Poison“ interpretiert sie beinahe verächtlich und  „Downtown“ gerät zu rotzigen Hymne. Perfekt auf die Stimmung des jeweiligen Songs abgestimmt sind auch die Arrangements der Big-Band, inklusive der überzeugenden Soli.

In der zweiten Hälfte des Album dominieren dann die Balladen, die nicht nur zurückhaltender arrangiert, sondern natürlich auch entsprechend interpretiert werden, wie etwa das beinahe zerbrechliche „Time“ oder die melodische „San Diego Serenade“. Im schwermütigen Abschiedslied  „If I Have To Go“ meint man bei Rebekka gar leichte Angetrunkenheit aus der Stimme zu hören. Den Abschluss macht als Bonustitel das atmosphärische „What´s He Building?“, eine Art musikalisch untermaltes Mini-Hörspiel.

Tom Waits, Rebekka Bakken und Big-Band – diese drei Komponenten gehen auf „Little Drop of Poison“ eine faszinierende Allianz ein, die erneut die Vielseitigkeit der norwegischen Sängerin beweist und anspruchsvolle Hörer mit Sicherheit überzeugen wird.

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