Reggae-Sampler mit deutschen Hits: „I Don’t Like Reggae“

VERÖFFENTLICHUNG» 17.08.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Der Sommer ist in diesem Jahr spät an. Für viele Kids hat die Schule schon wieder angefangen – jetzt, wo plötzlich 30 Grad auf der Skala leuchten und die Freibäder Hochkonjunktur haben. Als hätten Warner Music die Verspätung geahnt, kommt nun der Sampler schlechthin, der wie die Faust aufs Auge zu den Temperaturen passt. „I Don’t Like Reggae“ heißt das gute Teil und man vergisst auf dem Cover auch nicht den kultigen Zusatz „I Love It“.

Jetzt könnte man meinen: Reggae-Sampler? Gibt es schon genug auf dem Markt. Immer die gleiche Mucke, Bob Marley grinsend im Sonnenschein. Aber hier hat man sich was Neues einfallen lassen. Denn es sind bekannte (und vor allem deutschsprachige) Hits, die im neuen Gewand präsentiert werden. Alles hohe Kaliber aus den aktuellen und leicht angegrauten Charts. Frida Gold („Wovon sollen wir träumen“), Tim Bendzko („Nur noch kurz die Welt retten“), Jupiter Jones („Still“), Jennifer Rostock („Ich kann nicht mehr“) und viele mehr. Selbst Cro steuert mal wieder eine neue Version von „Easy“ bei. Insgesamt 14 Titel.

Wäre nicht die Reggae-Thematik, könnte es sich um einen Chartsampler „Best of Deutschpop“ der letzten zwei Jahre handeln. Doch erwartungsgemäß ist nun alles verbunden mit dem typischen Stakkato-Rhythmus, Schlagzeugphrasen im Offbeat, bisweilen Blechbläsern und Synthesizern. Reggae halt. Klingt echt – auch wenn man die Songs aus ganz anderem Kontext gewohnt ist.

Die Veränderungen der originalen Arrangements sind zum Teil gewaltig. Am ungewohntesten dann, wenn es sich ursprünglich um Balladen handelt (Julis „Regen und Meer“ beispielsweise). Cros „Easy“ hingegen hört sich auch in dieser Version an, als sollte es so klingen. Ein unkaputtbarer Sommerhit.

Zur Einstimmung auf den Spätsommer eine schöne Zusammenstellung. Freunde guter deutscher Musik, die mal über den Tellerrand hinaus schauen möchten, dürfen hier bedenkenlos zuschlagen. Reggae-Puristen allerdings sollten zur Sicherheit vorher reinhören. Könnte ihnen hier und da zu seicht sein.