„Resurrection“ – die Wiederauferstehung der Anastacia

VERÖFFENTLICHUNG» 09.05.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die wahre Stärke von Anastacia offenbart sich dann, wenn man sich bewusst macht, was sie in den letzten zehn durchmachte und wie gefestigt sie aus dem Geschehen heraus gegangen ist. Bereits seit jungen Jahren leidet sie unter Einschränkungen durch die Darmkrankheit Morbus Crohn. 2003 kam eine Brustkrebs-Diagnose hinzu, die sie nicht daran hinderte, im Vierjahresrhythmus neue Alben aufzunehmen. Die Tour 2013 musste sie wegen eines erneuten Ausbruchs der Erkrankung absagen – und dann ging sie bewusst an die Öffentlichkeit, um über die erforderliche Mastektomie zu sprechen und anderen betroffenen Frauen Mut zu machen.

Darf man nach solchen Zeiten ein Album „Auferstehung“ nennen? Man darf nicht nur – man muss. Es ist seit 2008 das erste Werk mit eigenen neuen Songs. Die Stücke auf „It’s A Man’s World“ waren (äußerst gelungene) Interpretationen von Tracks männlicher Kollegen. Jetzt steht sie wieder selbst im Mittelpunkt.

Inhaltlich geht es ans private Eingemachte. „Songs schreiben hilft, die dunkelsten Momente zu überwinden“, sagt Anastacia dazu. „Einfach in der Lage zu sein, meine Geschichte zu erzählen, ist eine große Stütze. Der Song ‚Stupid Little Things‘ handelt davon, zu versuchen, nicht alles zu zerdenken und die Dinge nicht größer zu machen, als sie sind. Für mich geht es darum, meine Aufmerksamkeit nicht so sehr auf Belanglosigkeiten zu richten.“ So entstand eine bewegende Pophymne, die Lust auf den Rest des Albums macht.

Inzwischen ist das 40minütige Werk erschienen und Anastacia legt sehr rockig, poppig, aber auch einfühlsam los. „Lifeline“ ist ein bewegender Song, der den Fatalismus ihres Lebens in sich trägt. „Staring At The Sun“ funktioniert als eingängiges Kleinod. Stimmlich ist Anastacia eine Königin. Den Sympathie-Bonus schöpft sie voll aus. Und dass der Dance-Charakter ihrer Songs gegenüber von emotionalen Momenten zurück stecken muss, ist nur all zu verständlich.

Anastacia klingt am stärksten, wenn sie sich komplett in den Vordergrund singt, wenn sie ihre intimen Momente beschwört, wenn sie in „Stay“ von der erneuten Brustkrebsdiagnose singt und ihr „I’m Nor Ready To Go Just Yet“ in die Welt schmettert. Auf „Resurrection“ hat Anastacia die Art von Musik in den Mittelpunkt gestellt, für die sie bekannt ist. Wieder genesen und absolut fit, hat sie die Aufnahmen zu diesem neuen Album in vollen Zügen genossen – mit all der Leidenschaft und Begeisterung, die man von ihr kennt. Und das Ergebnis ist atemberaubend. Wie schön, dass sie wieder da ist.

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