Rise Against „Long Forgotten Songs: B-Sides & Covers 2000 – 2013“

VERÖFFENTLICHUNG» 06.09.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Rise Against Long Forgotten Songs: B-Sides & Covers 2000-2013 bei Amazon bestellen

Rise Against sind seit ihrer Gründung 1999 für klare Ansagen bekannt, für Songs, in denen sie Persönliches und Politisches gleichermaßen thematisieren. Alle Mitglieder der Band sind Vegetarier, zwei Veganer. 2006 sorgte beispielsweise ihr Video zu „Ready To Fall“ für Diskussionen, weil darin Bilder von sterbenden Robbenbabys und Walen zu sehen sind. MTV verweigerte daraufhin die Ausstrahlung und bat das Quartett um Entschärfung. Tim McIlrath, Joe Principe, Brandon Barnes und Zach Blair entschieden sich einstimmig dagegen und bieten das Video seitdem kostenlos zum Download an. An Glaubwürdigkeit mangelt es den Mannen aus Chicago also nicht.

Ihre letzten drei Alben erreichten in Deutschland allesamt Goldstatus, seit „Endgame“ von 2011 wartet man jedoch auf frischen Nachschub. Um diese Wartezeit zu verkürzen lassen Rise Against mit „Long Forgotten Songs“ nun eine Compilation aus B-Seiten und Coverversionen vom Stapel. „Die Idee zu diesem Album hatten wir letztes Jahr“, erklärt Sänger Tim McIlrath die Intention dahinter. „Wir haben Songs gesammelt, die keinen Platz auf den bisherigen Alben fanden und bemerkten, dass wir ganz schön viele hatten“.

26 von ihnen haben es schließlich auf die Werkschau geschafft. Die Fans wird es freuen, müssen sie sich die Stücke doch jetzt nicht mehr einzeln zusammensuchen. Der Raritätenfaktor hingegen hält sich in überschaubaren Grenzen, eben weil es die meisten Songs bereits vorher auf den unterschiedlichsten Wegen an die Öffentlichkeit geschafft haben. Dennoch ist „Long Forgotten Songs“ alles andere als billige Abzocke. Das würde auch schlecht zum Selbstverständnis von Rise Against passen. Außerdem setzt die übliche Best Of-Schwemme erfahrungsgemäß erst kurz vor dem Weihnachtsgeschäft ein.

Mit Ausnahme des akustischen „Everchanging“ bekommt man hier den gewohnt kraftstrotzenden Mix aus Punk und Hardcore geboten. Darunter die wütenden „Death Blossoms“ oder „Grammatizator“, das gebrüllte „Voice Of Dissent“ oder die Mitgröhlhymne „Give It All“. Der Mehrwert des Albums liegt aber eindeutig in den gut gewählten Coverversionen. Elf an der Zahl. Dabei ragen besonders „Ballad Of Hollis Brown“ von Bob Dylan sowie „Making Christmas“ von Danny Elfman heraus. Beide Stücke dreht die Band mal eben durch den Fleischwolf und rotzt sie uns vor die Füsse. Ähnlich ergeht es „Sliver“ von Nirvana. Absoluter Höhepunkt der insgesamt 78 Minuten langen „Long Forgotten Songs“ ist die über achtminütige Liveversion des Bruce Springsteen-Klassikers „The Ghost Of Tom Joad“ mit Brian Fallon (The Gaslight Anthem) und Tom Morello (Rage Against The Machine) als musikalische Unterstützer.

Wie immer kann man zum Schluß trefflich über Sinn und Zweck einer solchen Zusammenstellung streiten. Fakt ist, dass die Musik von Rise Against nicht nur verdammt gute Laune macht, sondern weit über das hinausgeht, was Spasspunks wie etwa Green Day zu sagen haben. Für die nächste Party ist „Long Forgotten Songs“ mindestens Pflicht. Natürlich fleischlos und alkoholfrei.

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