Robert Plant and The Sensational Space Shifters – Lullaby and… the Ceaseless Roar

VERÖFFENTLICHUNG» 05.09.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST» ,
LABEL» ,
Robert Plant Lullaby and... the Ceaseless Roar bei Amazon bestellen

Andere Musiker vom Schlage eines Robert Plant ziehen durch die großen Hallen, spielen die Hits ihrer Band von früher und sacken ordentlich Kohle ein. Zum Glück war es nie das Ding des Led Zeppelin-Vokalisten, sich auf solchen Lorbeeren auszuruhen. Ein Revival wie 2007, okay – aber ansonsten stützt sich Robert Plant seit langem auf seine Soloalben, die auch qualitativ zu überzeugen wissen. Bereits seit Anfang der 80er Jahre ist er solo aktiv. Gerne mal im Zusammenspiel mit Jimmy Page oder wie unlängst in einer großartigen Kollaboration mit der Bluegrass-Musikerin Alison Krauss.

Für sein neues Werk hat Plant sich mit der neu formierten Band Sensational Space Shifters umgeben, mit denen er vor zwei Jahren bereits begeisternde Konzerte in der Royal Albert Hall hinlegte (der Mitschnitt ist unter dem Bandnamen offiziell zu erwerben). Zum Teil sind es Musiker, die bereits beim Spitzenalbum „Dreamland“ mit vertreten waren, was für die Qualität der Begleitband bürgt. Klasse Musiker, ein bestens aufgelegter Robert Plant – inzwischen 66 Jahre alt – was will man mehr?

Der Opener „Little Maggie“ ist ein neu arrangiertes Traditional, das mich auf dem Album nicht ganz zu überzeugen weiß. Die Liveversion (beispielsweise vom Glastonbury Festival) ist da schon um Längen besser. Die restlichen zehn Titel aber sind allesamt neu und zusammen mit der Backing Band verfasst. Ein Fest für die Sinne – das kann man getrost sagen. Lassen wir zunächst mal den Meister sprechen: „Es ist ein wirkliches festliches Album, kraftvoll, mutig, afrikanisch – Trance trifft auf LedZep“, so Plant über das Album. „Der gesamte Antrieb meines Lebens als Sänger ist von guter Kameradschaft bestimmt. Ich bin sehr glücklich, mit The Sensational Space Shifters zusammen arbeiten zu können. Sie kommen aus sehr interessanten Bereichen zeitgenössischer Musik. Ich bin schon eine ganze Weile unterwegs und frage mich, ob ich noch etwas zu sagen habe. Habe ich noch einen Song in mir? In meinem Herzen? Ich sehe mir das Leben an und das, was mir begegnet. Dieser Weg wird begleitet von Erwartungen, Enttäuschungen, Glück, Fragen und engen Beziehungen“, sagt Plant. „Und jetzt bin ich in der Lage, meine Gefühle mit Melodien, mit Energie und mit Trance auszudrücken, die in einem Kaleidoskop von Klängen, Farben und Freundschaft verschmolzen werden.“

Robert Plant singt wie vom anderen Stern, müht sich nicht mit extremen Höhen ab, die sowieso nicht mehr erreichbar sind, sondern liefert eine entspannte Vokalperformance. Und dann diese geniale Band! So oft klingen die Instrumentalpassagen nach den U2 Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Sphärisch, elektronisch, im hymnischen Breitwandformat. Und bisweilen werden alle Grenzen geöffnet: Plant hat ein Faible für weltmusikalische Ideen. Das hat er unter Led Zeppelin schon zu Genüge bewiesen. Zudem viel Blues, eine Prise New Age und sehr viel Folk. Plant bringt alle Qualitäten ein, die er zu bieten hat, und tut dies mit der lässigen Haltung eines Musikers, dem es riesigen Spaß macht, was er tut. Der sich umschaut, Einflüsse aufsaugt und zu einem neuen Ganzen verschmilzt.

Plants zehntesStudioalbum ist eigentlich ein hervorragendes Bandalbum. Schade, dass The Sensationel Space Shifters auf dem Cover gar nicht genannt werden. Sie hätten es sich verdient!

[amazonButton]Hier kannst Du Robert Plant  „Lullaby and… the Ceaseless Roar“ das Album bestellen[/amazonButton]

[youtube id=“Dsy6eAz4a3I“ width=“600″ height=“350″]