Running Wild – „Resilient“: 37 Jahre sind noch lange nicht genug

VERÖFFENTLICHUNG» 04.10.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Eigentlich hatten Running Wild im Jahr 2009 mit „The Final Jolly Roger“ schon einen konzertanten Abschied gefeiert, doch die Piraten und vor allem das Bandmaskottchen Adrian sind bekanntlich unverwüstlich. So hat „Rock’n’Rolf“ Kasparek seine Mannschaft im Jahr 2011 wieder reaktiviert und legt jetzt nach dem recht schwachen Wiedereinstiegsalbum „Shadowmaker“ den deutlich stärkeren Nachfolger „Resilient“ vor.

Zehn Songs finden sich auf der Standard-Version, wobei „Bloody Island“ mit zehn Minuten Länge fast schon Progmetal-Qualitäten hat. Alles in allem ist das von Kasparek selbst produzierte Album aber sehr solide und bedient die Hardrock-Schiene. Spannende Riffs, recht melodische Refrains – eines der besseren Alben im jüngeren Backkatalog der Band.

Immer wieder gibt es knallharte Metal-Fans, die den synthetischen Sound von Running Wild bemängeln. Beim Vorgängeralbum war das tatsächlich der Fall, doch mit dem aktuellen Werk würde man den Jungs Unrecht tun. Die Piratenflagge ist neu gehisst und Songs wie „The Drift“ und „Desert Rose“ sind bodenständig genug, um in die Playlist gestandener Metalfans einzugehen.

Aufgrund der intensiven Beteiligung an Giant X, seiner gemeinsamen Band mit Gitarrist Peter Jordan, hatte Rolf zwischenzeitlich bewusst eine Pause von Running Wild eingelegt, um jetzt mit frischem Elan und sprudelnden Ideen die Arbeit wieder aufzunehmen: „Für mich war die Pause wichtig und ungemein regenerierend“, erklärt er. „Ich spürte diese Frische sofort, als ich mit dem Songwriting für ´Resilient` anfing, denn Stücke wie ´Fireheart` oder ´Soldiers Of Fortune` sprudelten nur so aus mir heraus. Vor allem die dynamische Gangart von ´Soldiers Of Fortune` hat eine wahre Kreativlawine bei mir losgetreten.“

Bleibt die Hoffnung, dass sich die neuen Bandmitglieder – erst seit 2002 bzw. 2005 mit dabei – auf der Tour, die für 2014 geplant ist, zu einer Einheit zusammen finden. Rolf Kasparek zumindest dürfte als Urgestein die Bühne beherrschen. 37 Jahre sind noch lange nicht genug!

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