Samaris – Islandtrend für Fortgeschrittene

VERÖFFENTLICHUNG» 06.09.2013
BEWERTUNG» 5 / 9
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Island ist generell bekannt für gute Musik: Sigur Rós, Mugison, Björk, Ólafur Arnalds, FM Belfast sind nur ein paar Beispiele. Noch mehr musikalische und mediale Aufmerksamkeit bekam die Insel in der letzten Zeit mit den Erfolgen von Of Monsters and Men und Emiliana Torrini. Samaris ist nun eine junge Band, die nicht ganz dazu gehören will. Zum einen singen sie nicht englisch, sondern es bleibt bei Isländisch – das ist nicht einfach zu vermitteln. Und schon gar nicht chartstauglich.

Erst 2011 hat sich die Band in Reykjavik gegründet, dort aber bis heute zwei große Musik-Awards gewonnen. Auf ihrem selbst betitelten Debutalbum bringen Kári Steinþórsson (Beats), Áslaug Rún Magnúsdóttis (Klarinette) und Jófríður Ákadóttir (Gesang) nun ihre beiden EPs „Hljóma þú“ und „Stofnar falla“ zusammen. Klare elektronische Klänge mischen sie hier mit zarten Klarinettenklängen. Das klingt modern und mythisch zugleich, ist aber auch nicht das erste Mal, dass Trip-Hop-Beats mit Klassik gemischt werden. Alle Texte von Samaris stammen aus isländischen Sagen, Mythen und Gedichten aus dem neunzehnten Jahrhundert. Und auch wenn der Durchschnittshörer vom Festland natürlich kein Wort versteht, schwingt es doch ein wenig in der Musik mit.

Irgendwann sind die Klanggebilde gar keine klassischen Songs mehr, sie finden aber überraschend gut zusammen. Besonders wegen der für unsere Ohren aber sehr ungewöhnlichen Sprache, muss man sich erst in das Album hineinhören. Da gibt es nichts, das den Hörer anspringt und festhält. Es ist Musik, die entdeckt werden möchte, und daher eher für Fans der isländischen Musikszene oder allen, denen es nicht wichtig ist, Texte zu verstehen. Leider stören die Remixe am Ende der Platte. Es wirkt eher so, als habe man damit versucht, das Album ein wenig voller zu machen.