Samaris offizielles Debüt „Silkidrangar“ bringt elektronisch-elfenhaftes aus Island zu uns

VERÖFFENTLICHUNG» 09.05.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Den wirklich Musikinteressierten unter uns ist es sicher nicht entgangen, dass die Musik aus dem zauberhaften Island offensichtlich mit das Spannendste im Bereich der Neuentdeckung ist, was die Musikwelt derzeit so zu bieten hat. Geprägt wurde das besondere isländische Image jedoch schon früh durch Größen wie Björk, Sigúr Ros, FM Belfast, Ólafur Arnolds, Seabear, Múm und in den letzten Jahren darüber hinaus durch erfolgreiche Newcomerbands wie Emiliana Torrini, Of Monsters And Men, Ásgeir, Borko oder Dikta, um nur einige hier aufzuzählen.

Die 2011 gegründete isländische Band Samaris konnte mich erstmalig 2013 beim First We Take Berlin Festival im Rahmen der Berlin Music Week mit ihrer geheimnisvollen Musik in ihren Bann ziehen. Doch bereits im Gründungsjahr der Band erschien ein erstes selbstbetiteltes „kleines“ Album, welches sogar international die Aufmerksamkeit der Musikmedien auf sich zog. Jetzt hat das Trio um Sängerin Jófríður Ákadóttir (schon bekannt von der Folk-Band Pascal Pinon) mit „Silkidrangar“ sein zehn Songs umfassendes offizielles Debütalbum herausgebracht.

Sicherlich sind die musikalischen Einflüsse der bekannten isländischen Künstler nicht von der Hand zu weisen, dennoch versucht die junge Band, die übrigens ausschließlich auf Isländisch singt, ihren eigenen Weg zwischen Electronica, Ambient und Folk und ArtPop zu gehen. Die experimentelle Kombination von Synthie-Melodien und Klarinettenklängen, percussiven Elementen und der geheimnisvoll wirkenden Stimme ist keinesfalls radiotauglich, sondern erfordert den Willen zum Zuhören. Ist die Distanz aufgrund der befremdlich wirkenden Sprache erst einmal gebrochen, kann man sich aber Samaris ungewöhnlichen Kompositionen komplett hingeben und mit ihren Melodien eine Art Fantasiereise in ein unbekanntes Land antreten. Ihr Musikstil hat etwas elfenhaftes, die bemerkenswerte Natur Islands lässt sich dabei fast spüren, Bilder gehen einem durch den Kopf, auch wenn man inhaltlich nichts von den aus dem 19. Jahrhundert entspringenden Gedichten, die die Basis ihrer Texte bilden, versteht. Minimalistische Beats, TripHop Rhythmen und leicht jazzige Elemente unterstreichen hingegen den modernen Charakter ihrer Musik, so gelingt ihnen die nahezu perfekte Gratwanderung zwischen Moderne und Tradition, ohne dabei zu experimentell zu wirken.

Nicht unverdient heimsten Samaris von Beginn ihrer Karriere an einen Musikpreis nach dem anderen ein, mittlerweile spielen sie auch auf vielen internationalen Festivals. Leider gibt es bisher noch keine bestätigten Deutschlandtermine der diesjährigen Tour, jedoch empfehle ich allen Fans der isländischen Musik das Iceland Airwaves Festival 2014, wo in diesem Jahr auch Samaris wieder einmal dabei sein werden.

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