Sarah Blasko präsentiert mit „I Awake“ einen neuen Höhepunkt ihrer musikalischen Kreativität

VERÖFFENTLICHUNG» 05.04.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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In ihrer Heimat Australien ist Sarah Blasko längst ein Star, und auch hierzulande gilt die Songwriterin inzwischen nicht mehr nur als Geheimtipp. Mit ihrem vierten Studioalbum „I Awake“ präsentiert sie nun ihr bisher anspruchsvollstes und intensivstes Werk. Produziert hat Sarah das Album in Eigenregie und die Aufnahmen entstanden in Stockholm und in Sofia, wo sie vom bulgarischen Sinfonieorchester begleitet wurde.

Der Sound von „I Awake“ wird in weiten Teilen von dieser orchestralen Begleitung geprägt, wobei Sarah die Instrumentierung wie auch auf ihren vorherigen Alben sehr gezielt einsetzt. So wird der selbstbewusste Opener und Titelsong von kraftvoller Percussion und Piano dominiert, erst gegen Ende setzen Streicher ein paar Glanzpunkte. Und das ruhige „Bury This“ wird von gezupfter akustischer Gitarre getragen, während das Orchester im Hintergrund für Atmosphäre sorgt.

Die Grundstimmung des Albums ist eher düster und schwermütig, doch jeder Song wirkt unglaublich präsent und intensiv. Man fühlt mit der Sängerin, ob sie nun in „God-Fearing“ und „Fool“ beinahe wütend Anklage erhebt, sich träumerisch verliert  in „All Of Me“ oder in „Illusory Light“ die vorhersagbare Vergänglichkeit von Liebe und Zuneigung beklagt. Aber es gibt auch versöhnliche Momente, etwa mit dem beinahe sphärisch arrangierten „Here“, der Mutmach-Hymne „Cast The Net“ oder der schönen Piano-Ballade „An Oyster, A Pearl“. Das abschließende „Not Yet“ schließlich ist ein beschwörender Apell an den Tod selbst, dem man sich als Hörer nur anschließen kann.

„I Awake“ entzieht sich jeglicher Einordnung in gewohnte Kategorien und passt letztendlich am besten in die Schublade „verstörendes Meisterwerk“, wie das Musikmagazin Rolling Stone es betitelte. Ein Meisterwerk, das sich wie ein Picasso vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließt, aber auf das es sich einzulassen lohnt. Und wer sich beeilt, kann Sarah Blasko sogar live erleben – ab 17. April präsentiert sie ihre neuen Songs in Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart.