Schandmaul mit ihrem achten Album auf dem Weg in die Unendlichkeit

VERÖFFENTLICHUNG» 24.01.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Auch wenn Schandmaul jetzt zum Majorlabel Universal Music gewechselt sind, gehen sie nicht den Weg wie andere Mittelalter- und Gothic-Rockbands, die plötzlich den musikalischen Konsens suchten. Die Münchner bleiben sich treu, mischen weiterhin gekonnt mittelalterliche Elemente mit vielseitigem Folkrock und tun vor allen Dingen eins: Sie erzählen wundersame und mitreißende Geschichten.

Da wäre zum Beispiel der Opener „Trafalgar“, der die Geschichte um die berühmte Seeschlacht nacherzählt – mit rockigen und sonoren Klängen, ähnlich wie Santiano, aber mit realem Hintergrund. Dann folgt „Tippelbruder“, das sich den Handwerkern auf der Walz widmet. „Kaspar“ erzählt von der literarischen Figur des Brandner Kaspar, während „Euch zum Geleit“ ein wahres Erlebnis von Gitarrist Martin Duckstein schildert, als die Frau eines Verstorbenen während des Begräbnisses vom Pfarrer einen Brief verlesen ließ mit dem Fazit: „Macht Euch keinen Kopf, weint nicht, das Leben war schön.“

Mit solchen Themen liefern Schandmaul und ihr genialer Fronter Thomas Lindner ein Spektakel zwischen Rock und großen Emotionen. Damit schaffen sie auch einen Konsens, aber ohne sich zu verbiegen. Gerne hat man sich in der Vergangenheit beispielsweise der Nibelungen-Sage angenommen. Die Trilogie ist abgeschlossen, doch „Baum des Lebens“ erzählt eine Art Vorgeschichte: „In seinem Stamm steckt ein Schwert, das den Sieg in sich trägt“. So mag sich auch der Titel „Unendlich“ für das neue Album erklären. Es gibt immer wieder neue Geschichten zu erzählen – und all zu oft greifen diese wie eine unendliche Schleife ineinander.

Selbst das politische Statement bleibt diesmal nicht außen vor. Schandmaul senden mit „Bunt und nicht braun“ eine eindeutige Botschaft. Damit beziehen sie zum ersten Mal politisch Stellung gegen rechte Tunichtgute, die im Fahrwasser vieler deutschsprachiger Bands fischen. „Wir sehen uns als Unterhaltungskapelle“, stellt Lindner klar, „eine Band, die verbinden will: Menschen, Musikstile, Lebensstile“.

Die instrumentale Mischung ist stimmig und beinhaltet natürlich ein Instrumentarium aus Streichern, Drehleiern und allerlei Pfeifen wie Flöten. Die üblichen Verdächtigen halt. Bisweilen geht es deutlich Richtung Irish Folk wie im instrumentalen „Little Miss Midleton“ oder dem ordentlich spielfreudigen „Der Teufel… „, das zum Mitsingen einlädt. Zum Abschluss gibt es mit „Märchenmond“ zudem eine Coverversion des Schandmaul-Sideprojects Weto.

Schandmaul sind ihrem Stil nicht nur treu geblieben – sie haben sich nochmal ein ordentliches Stück verbessert. Das achte Album seit 1999 kommt mit der liegenden Acht und bietet eine ausgewogene Tracklist, die es für Käufer der Doppel-CD auch noch in akustischen Versionen gibt. Fans gut gemachter deutscher Musik dürfen also getrost zugreifen – ganz gleich, ob sie jetzt die folkige oder die rockige Seite der Band bevorzugen. Alle werden bestens bedient.

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UNENDLICH TOUR 2014

  • 21.02.2014 Zürich Komplex
  • 22.02.2014 Wien Gasometer
  • 07.03.2014 Wiesbaden Schlachthof
  • 08.03.2014 Stuttgart Liederhalle Hegelsaal
  • 14.03.2014 Bielefeld Ringlokschuppen
  • 15.03.2014 Hannover Swiss Life Hall
  • 27.03.2014 Fürth Stadthalle
  • 28.03.2014 St. Ingbert Mechanische Werkstatt
  • 29.03.2014 Köln Palladium
  • 03.04.2014 Dresden Schlachthof

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