Sia Furler „1000 Forms Of Fear“ – und ihre produktive Angst vor der Öffentlichkeit

VERÖFFENTLICHUNG» 04.07.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Die junge Frau namens Sia Furler aus Adelaide (Australien) hat sich inzwischen einen Ruf als einzigartiges Popgenie erworben. Dabei waren ihre eigenen, farbgetupften Alben voller Wohlfühl-Pop nicht so erfolgreich, wie man sich das von einer Songwriterin erwarten könnte, die für Stars wie Rihanna, Beyoncé, Katy Perry sowie David Guetta schreibt, produziert und singt.

Das soll nun alles anders werden. Nach vier Jahren Veröffentlichungspause sorgte zunächst die Single „Chandelier“ für Furore. Zum einen natürlich durch das Video mit dem wundervollen Ausdruckstanz eines jungen Mädels, aber auch durch den stimmgewaltigen Song, der Sia aus dem Stand auf eine Ebene mit den Sängerinnen brachte, für die sie sonst vor allem im Hintergrund tätig ist. Was für eine energiegeladene Hymne, die ihren Esprit in die Welt hinaus schreit. Von einer solchen Single muss man einfach gefangen sein.

Jetzt erscheint das Album „1000 Forms Of Fear„, das mit eben dieser Auskopplung eröffnet wird. Ist damit das Pulver schon verschossen? Keineswegs. Der Longplayer wurde in Los Angeles von Greg Kurstin produziert, der auch für Pink und Kelly Clarkson tätig ist. Das hört man. Sia hat eine überragende Stimme und kann viel mehr, als nur gute Lyrics zu schreiben. Diese kommen dann noch dazu, wenn sie beispielsweise das traurige „Eye Of The Needle“ anstimmt.

Sias Album hört sich wie ein Querschnitt durch die starken Frauenpower-Songs der letzten Jahre an. Und doch sind es alles eigene, von ihr geschriebene Tracks. Die Uptempo-Nummer „Big Girls Cry“, die starke Popnummer „Burn The Pages“ – dazu könnte man auch Pink durch die Luft wirbeln sehn. Dann die aggressiven Soundfetzen von „Free The Animal“ und zum Schluss ein emotionales Balladen-Triple mit „Fire Meet Gasoline“, „Celophane“ und dem pianolastigen Abschluss „Dressed In Black“.

Sia Furler ist sicher ein widersprüchlicher Charakter. Sie singt Ohrwürmer, die dennoch aus dem Einerlei heraus stechen, das man täglich im Radio hört. Sie verkündete lautstark ihren Rückzug aus dem Musikgeschäft, schrieb dann aber aus dem Rentner-Dasein den Hit „Diamonds“ für Rihanna und sang mit David Guetta den Ohrwurm „Titanium“ ein. Nun dieses gigantische Album, das sie zurück ins Rampenlicht bringt, dem sie doch so skeptisch gegenüber steht. Selbst sagt Sia, sie wolle diese Zurschaustellung nicht mehr. In der Late-Night-Show „Ellen“ stand sie mit dem Rücken zum Publikum in einer Ecke, um den Song zu performen. Und auch so zurückhaltend vermag sie ihre Zuhörer zu begeistern. „1000 Forms Of Fear“ ist ein Muss!

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