Skeletal Remains – Beyond the Flesh – Ein Debut wie ein Vorschlaghammer

VERÖFFENTLICHUNG» 09.11.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Dieses Debutalbum ist eine einzige Hommage. Diese Band, benannt nach einer Textstelle eines Songs der Death/Thrash Legende Demolition Hammer (Der Song aus dem diese Textstelle stammt heißt „Human Dissection“ …) huldigt mit Ihrem Debutalbum „Beyond the flesh“ (einem Song der US Kult Deathmetal Legende Disincarnate ) all dem für das US Deathmetal steht … vom ersten Ton an, weiss man hier woran man ist – wer schon immer wissen wollte wie Deathmetal eigentlich geht: Hier ist die Antwort!

Bei Skeletal Remains handelt es sich noch um eine recht junge Band aus dem schönen Kalifornien, genauer gesagt aus Los Angeles. Sie besteht in dieser Form allerdings erst seit gut einem Jahr, und manch einem ist deren Lead Gitarrist Chris Monroy schon vielleicht von Fueled by Fire bekannt. Das hindert diese Band aber nicht daran einfach nur geniale Deathmetal Songs zu schreiben. Es kommt einem so vor, als wenn es nichts einfacheres gäbe als genau das. Skeletal Remains walzen hier mit einer Leichtigkeit über den Hörer hinweg als wenn es keinen Morgen mehr geben würde.

Apropos Walze – der Sound tut hier sicher sein übriges, schlägt er doch genau in diese Kerbe. Das ganze Album klingt einfach absolut gewaltig, roh, nicht zu ungehobelt, aber dennnoch nicht zu technisch und steril wie man dies leider die letzten Jahre gewohnt war. „Beyond the Flesh“ ist eine wahre Orgie an Brutalität und Energie … man hebe hier nur Songs wie „Traumatic Existence“ (Mein absoluter Fave auf dieser Scheibe!) oder „Homicidal Pulchritude“, „Desolate Isolation“ oder „Anthropophagy“ (So hieß die Band übrigens früher einmal… musikalisch erinnert er an die alten Deicide!) hervor – nur um mal ein paar Anspieltipps zu geben. Allerdings ist es eigentlich egal wie man sich das Album anhört. Ob vorwärts, rückwärts oder quer, jeder Song ist so klasse und einfach nur auf den Punkt gebracht, so dass man aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus kommt.

Auch handwerklich haben die Herren um Chris Monroy (lead) – sprich Adrian Obrego (git), Adrius Marquez (bass) und Christian Reyes (drums) alles auf dem Kasten was es braucht um so ein Bollwerk des US Deathmetals zu produzieren. Sei es das groovige Drumming, der göttlich knurrige Bass (der mich des öfteren an den guten alten Glen Benton erinnert…), die absolut genialen Riffs oder die filigranen Gitarrensoli von Chris Monroy – ich glaube selbst ein gewisser Trey Azagtoth bekommt hier epileptische Anfälle – alles passt einfach. Der herrliche Gesang, der dem beliebten „van Drunen“ Stil frönt, und sogar teilweise an Obituary erinnert tut sein Übriges um das Gesamtpaket perfekt zu machen.

Wie es nicht hätte anders sein können, erschien dieses Album mal wieder auf dem deutschen Label FDA Rekotz. „WO BEKOMMT HERR UNGLAUBE EIGENTLICH IMMER DIESE BANDS HER?“ fragt man sich (bzw. meine Frau hehe) da nicht zu unrecht, haben FDA Rekotz doch mit ihren letzten Releases dafür gesorgt, das wieder eine richtig breite Welle Deathmetal durch die Szene schwappt. Zu bestellen ist das Album natürlich auf der Website von FDA Rekotz. Es gibt sogar für total besessene Fans eine Vinyl-Special-Edition auf der noch ein weiterer Song vertreten ist, nämlich ein Cover des Gorguts Songs „Disincarnate“ – Moment … Disincarnate … Beyong the Flesh? Da war doch was!

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Für Fans dieser Art Deathmetals ist dieses Album ein absoluter Pflichtkauf, es führt eigentlich kein Weg dran vorbei. Der einzige Kritikpunkt, den ich aber leider anbringen muss, ist die Länge des Albums. Leider geht diese Orgie aus Stahl nur knappe 32 Minuten – dann ist Schluss. Das finde ich einfach schade, hätte man doch vielleicht noch ein paar Songs mehr unterbringen sollen um das ganze noch schöner zu gestalten, daher auch nicht die volle Punktzahl. Neue Songs sind aber sicherlich in der Mache, und ich gehe auch mal ganz schwer davon aus, dass man Skeletal Remains nächstes Jahr mal auf Tour sehen wird 🙂

Also: Kauft euch das Teil und schmeißt die letzten Deicide, Suffocation und Obituary Veröffentlichungen weg – braucht kein Mensch: Skeletal Remains are here to stay!

PS: Ein Interview mit den Herren ist übrigends in der Mache und wird die Tage hier veröffentlicht.