Slash, Myles Kennedy & The Conspirators – World On Fire: Das dritte Soloalbum des Ausnahmegitarristen

VERÖFFENTLICHUNG» 12.09.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Saul Hudson, besser bekannt als Slash, war die dynamische, treibende Kraft bei Guns N’Roses, als diese noch wirklich erfolgreich waren. Musikalische Differenzen brachten Axl Rose und den Leadgitarristen auseinander, welcher dann die Band Slash’s Snakepit gründete. Einen musikalischen Stilwechsel musste es dafür nicht geben. Slash steht seit jeher für klassischen Hardrock – eine Tatsache, die ihn zum beliebten Gastmusiker bei unzähligen Acts machte. Ich nenne nur Alice Cooper, Michael Jackson, Motörhead und Paul Rodgers. Von seiner kongenialen Mitarbeit in der Supergroup Velvet Revolver ganz zu schweigen.

Man kann es nicht anders sagen: Es ist immer wieder ein Genuss, ein Album von Slash zu hören. Da macht auch das neue Werk „World On Fire“ keine Ausnahme. Das dritte Soloalbum des Briten bietet gitarrenlastigen Rock vom Feinsten. Slash liefert Solo an Solo, widmet sich auch mal kurzzeitig ruhigeren Gefilden, kehrt aber immer wieder zum virtuosen Hardrock zurück. Songs wie „30 Years To Life“ und „Withered Delilah“ sind so schön schnörkellose Kracher, dass man nur mit den Ohren schlackern kann.

Myles Kennedy von Alter Bridge hat genau die richtige Rockröhren-Stimme, um solche Titel zur Geltung kommen zu lassen. Genug Axl Rose, um den Drive der alten Rockband weiter leben zu lassen, aber auch genug Eigenständigkeit in den bisweilen gepresst klingenden Vocals, um sich selbst mit einzubringen. Inzwischen sind mehrere Bandmitglieder der Conspirators am Songwriting-Prozess beteiligt und dieses Bandfeeling ist durchaus erkennbar.

Slashs grandioses Riffgewitter wird kaum einmal durchbrochen. Er zeigt seine Ausnahmekünste bei jeder Gelegenheit, lässt aber den Mitstreitern genügend Raum: „Wir spielen jetzt schon seit einer ganzen Weile zusammen und sind an dem Punkt angekommen, wo wir uns komplett wohl miteinander fühlen“, so der 49-Jährige dazu. Slash hat es wieder geschafft. „World On Fire“ ist ein kompromissloses Rockalbum, das keine Gefangenen macht. Allerdings sind 17 Titel vielleicht etwas zu viel des Guten. Einige Lückenfüller sind schon zu finden, bis das thematisch und musikalisch sehr progressive „The Unholy“ über den Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche das alles in allem sehr gute Album beschließt.

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