Suzanne Vega erzählt „Geschichten aus dem Reich der Königin der Pentagramme“

VERÖFFENTLICHUNG» 31.01.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Da Suzanne Vega in den letzten Jahren vor allem ihr musikalisches Erbe gepflegt hat und ihren Backkatalog in thematisch geordneten Alben namens „Close Up, Vol. 1-4“ auf Vordermann brachte, gibt es nach sieben Jahren kreativer Auszeit endlich neues Material. Und nachdem ihr letzter Release „Beauty & Crime“ aus dem Jahr 2007 noch leicht jazzig angehaucht war, bekommen wir jetzt endlich wieder die pure Suzanne Vega.

Sie ist immer noch eine Songwriterin allererster Güte. Stimmlich ganz sanft – fast so, als wolle sie niemanden mit ihrem Gesang stören. Diese manchmal nur gehauchten Klänge und das selbstbewusste Verschwimmen der Töne, wenn sie ein Stück zu weit in die Tiefe geht, waren schon immer Suzannes Markenzeichen. Das hat sich in den Jahrzehnten ihres Wirkens nicht geändert.

Der Wiedererkennungswert ihrer Songs ist enorm und sie gehen sehr schnell ins Ohr. „Solitude Standing“ soll schon 27 Jahre her sein? Wenn man jetzt Titel wie „Crack In The Wall“ oder „Silver Bridge“ hört, sollte man das nicht meinen. Und während die Amerikanerin früher oft von Einsamkeit sang, geht es in „Tales From the Realm oft he Queen of Pentacles“ mehr um Verbindungen, um Zwischenmenschliches.

Ich kann das Album an einem Stück genießen, ohne einen Ausfall zu bemerken. Es fällt schwer, einzelne Songs heraus zu greifen. „Jacob and the Angel“ vielleicht, dessen mitreißender Klatschrhythmus punktgenau funktioniert. Überhaupt sind die Arrangements sehr vielseitig. Natürlich gitarrenbetont, aber nie so ausufernd, dass sie Suzannes Stimme auch nur ansatzweise überlagern. Manchmal sanft elektronisch verspielt, dann wieder mit Streichern und Folk-Elementen versehen.

Im Studio gesellten sich illustre Musiker zu der Künstlerin. Allen voran Tony Levin, der sich bei „I Never Wear White“ (Suzannes Bekenntnis zu ihrer dunklen Seite) und „Don’t Uncork What You Can’t Contain“ rhythmisch einbringt. Oder Larry Campbell, der wahlweise Banjo, Mandoline und Becken spielt. Für die Streicher ist schließlich das tschechische Smikov Chamber Orchestra zuständig.

Leider ist das neue Werk nach knapp 37 Minuten und zehn neuen Stücken schon zu Ende. Das ist ein Jammer, denn die CD macht süchtig und so drücke ich stets schnell wieder die Play-Taste. Suzanne Vega ist erst 54 Jahre jung. Zum Glück kann da noch viel kommen. Wo sie letztes Jahr ihr Publikum noch mit einer Live-Komplett-Aufführung von „Solitude Standing“ begeisterte, erleben wir nun diese wundervollen neuen Titel, die dem Geist der ersten Alben so stark entsprechen. Wer einen der raren Live-Termine in seiner Nähe hat, sollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen.

[amazonButton]Tales from the Realm of the Queen of Pentacles bestellen.[/amazonButton]