Suzanne Vega macht eine Reise in die Vergangenheit, die aus vier Kapiteln besteht – „Songs Of Family“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.09.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Es ist eine Reise in die Vergangenheit, die aus vier Kapiteln besteht. Eine Retrospektive der New Yorker Songwriterin Suzanne Vega, die bereits mit ihrem selbstbetitelten Debüt 1985 und dem grandiosen Nachfolger „Solitude Standing“ von 1987 für großes Aufsehen und positive Reaktionen sorgte. Das vorliegende aktuelle und letzte Werk der Serie („Love Songs“, „People & Places“, „States Of Being“) ist „Songs Of Family“ und kreist thematisch um die Familie, wie der Albumtitel auch eindeutig verrät.

Alle ausgewählten Songs sind also erneut nicht nach dem jeweiligen Erscheinungsdatum oder der musikalischen Phase zusammengestellt, sondern nach einem inhaltlichen Thema. In diesem Fall tragen die Geschichten, die Suzanne Vega hier erzählt auch Namen wie „Honeymoon Suite“, „As You Are Now“, „Brother Mine“ oder auch „Daddy Is White“. Weitestgehend sind die Lieder ruhig und sparsam arrangiert, lediglich „Brother Mine“ kurz vor Ende der Scheibe kommt einem Midtempo nahe.

Suzanne Vega ist eine begnadete Geschichtenerzählerin. Und diese Geschichten serviert sie hier in einem akustischen nackten Gewand, nur mit Stimme und Gitarre, manchmal auch durch sanfte Percussion, Bass oder Streicher im Hintergrund unterstützt. Der Seelenstriptease und die reduzierte Performance sind emotional stark aufgeladen und nichts wirkt hier aufgewärmt. Nach den experimentellen Ausflügen in den 90ern kehrt die Vega mit dieser Serie zurück zum Kern ihres musikalischen Selbstverständnisses. Sie zieht mit dieser Werkschau in akustischem Arrangement ein vorübergehendes Fazit.

Sei es nun aus ökonomischen oder künstlerischen Aspekten geschehen: diese Form des Songwriting in seiner puren ursprünglichen Form hört man noch immer selten besser.