Texas – The Conversation: Die Schotten treten wieder in den Dialog mit der Welt

VERÖFFENTLICHUNG» 17.05.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Noch eine Band, die sich acht Jahre Zeit gelassen hat und deren neues Album am 17. Mai erschienen ist: Texas, die Pop-Institution aus Schottland, sind zurück. Wem das nichts sagt, dem werden ihre wohl bekanntesten Titel „I Don’t Want A Lover“ und „Summer Son“ auf die Sprünge helfen. Das war Wohlfühl-Musik vom Feinsten mit einer Sängerin, deren weiche, markante Stimme auf Anhieb ins Ohr geht.

Daran hat sich auch 25 Jahre nach Bandgründung nichts geändert. Der Sound der Schotten steht wie eine eins. „The Hush“ hat sich im Jahr 1999 in Deutschland 400.000 mal verkauft und gehört zum Standard-Repertoire jeder guten Pop-Sammlung. In den letzten Jahren gab es Solo-Alben der Sängerin, doch jetzt hat Sharleen Spiteri die Jungs wieder zu sich gerufen.

Auf „The Conversation“ zeigen sich die Musiker aus Glasgow weiterhin sehr gitarrenorientiert. Einige Songs, wie das Titelstück oder „Detroit City“, hatten zuvor bereits live ihre Feuertaufe bestanden. Und wenn man jetzt Sharleens Stimme hört, fühlt man sich gleich wieder wie zuhause. „Wir waren einfach bereit“, sagt Spiteri auf Fragen nach dem Comeback. „Ohne Druck von außen. Dies ist was wir tun und für den größten Teil unserer Erwachsenenleben getan haben. Wir kommen zusammen, setzen uns mit den Gitarren hin und dann kommt die Musik aus dem Nichts. Das mag heute unglaublich altmodisch klingen, aber so machen wir Musik, und so, das haben wir immer geglaubt, werden großartige Songs geschrieben. Nicht indem man mit Studioprogrammierern auf Bildschirme starrt, sondern weil menschliche Wesen zusammen singen und spielen.“

Der Sound ist demzufolge sehr frisch und eingängig. Man könnte die Rock’n’Roll-Anleihen der beliebten Retrowelle zuordnen, doch das Klangerlebnis bleibt eher zeitlos. Das sanfte „Always“, das beschwingte „Talk About Love“, das hymnische „Detroit City“ – alles erzeugt einen sehr warmen Sound, der angenehm zu konsumieren ist. Klar, Ecken und Kanten sind da kaum zu finden. Sharleen singt so, dass man ihre Stimme auf Anhieb mögen muss. Und sie hat es nicht verlernt, massentaugliche Popsongs zu schreiben.

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