The Airborne Toxic Event lassen auch in ihrem dritten Longplayer „Such Hot Blood“ wahre Schicksalstürme toben

VERÖFFENTLICHUNG» 13.09.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Das charistmatische Quintett aus Los Feliz/Kalifornien um Frontmann Mikel Jollet hat sich gut zwei Jahre für sein kürzlich erschienenes Drittlingswerk „Such Hot Blood“ Zeit gelassen, mit dem uns erneut so einige musikalische Hochkaräter präsentiert werden. Wie schon das zweite Album „All At Once“ hat auch der aktuelle Longplayer ebenfalls das Zeug dazu, unsere Herzen im Sturm zu erobern. Dieser ist erstmalig in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Jacquire King entstanden, der unter anderem mit Bands wie Kings of Leon, Cold War Kids, Tom Waits oder Norah Jones zusammengearbeitet hat, und wartet im zehnjährigen Bestehensjahr der Band mit zwölf weiteren großartigen Songs auf, die in gewohnter Qualität präsentiert werden, jedoch mit einigen neuen Ideen gespickt sind.

Schon vor Albumveröffentlichung steckte die erste Singleauskopplung „Timeless“ die Erwartungsgrenze recht hoch, doch steht ihr der Opener des Albums „The Secret“ eigentlich in nichts nach. Die verzerrten E-Gitarren, die singenden Synthies, Annas stets präsente Geige, die treibenden Drums und natürlich Mikels einmalig gefühlvolles Stimmspektrum fesseln uns innerhalb der zwölf instrumental gewaltigen Songs mit ihren kontrastreichen und dramatischen Arrangements. Mit der breit gefächerten Instrumentierung gelingt The Airborne Toxic Event der perfekte Spagat zwischen akustischen und elektronischen Elementen ohne dabei ihre Songs zu überladen oder über das Ziel hinauszuschießen. Eine wirkliche Bereicherung ist Annas geradezu himmlischer Gesang im Duett mit Mikel in „Safe“, der gepaart mit der Hektik ihrer Geige und der Verzweiflung in Jollets Gesang und den fast „weinenden“ E-Gitarren echtes Gänsehautfeeling hervorrufen. Das außerordentlich harmonische Duett der beiden funktioniert auch in „The Fifth Day“ wunderbar. Im Kontrast hierzu mischen sich offensichtliche Folkelemente in ihren aktuellen Longplayer, so geht es in „Bride & Groom“ musikalisch ein wenig gelassener zu, auch wenn sich inhaltlich die Gefühlsdramatik aus Mikels Feder durch das gesamte Werk zieht. „True Love“ trägt etwas von Rockabilly/Rock´n Roll Style in sich, vor allem durch die prägnante Stimmlage Jollets sowie die Rhythmik und die vorherrschenden Instrumente, wo wir uns fast in die guten alten Elvis Zeiten zurückversetzt fühlen. Mit zurückhaltender Einfachheit und in fast ausschließlich akustischer Fassung überzeugen „Elizabeth“ und „Dublin“ mit sanften Tönen und Mikels rauer und berührender Stimme, die stets von der Geige getragen wird. Eingefasst wird „Such Hot Blood“ durch wahre Gefühlsausbrüche am Anfang als auch am Ende in „The Way Home“ und wird seinem Titel somit absolut gerecht.

The Airborne Toxic Event beweisen mit „Such Hot Blood“, dass sie dauerhaft in der Lage sind, musikalische Höchstleistungen abzuliefern, sei es mit gesamtem Orchester in der Walt Disney Concert Hall oder akustisch beim SXSW Festival. Der Sound auf dem Album ist schon großartig, nur dass die live Performances stets noch wesentlich dynamischer und in ihrer Art absolut mitreißend sind. The Airborne Toxic Event definieren eben ihre ganz eigene Klasse von Indierock, der so leidenschaftlich und emotional ist, dass er dem Zuhörer förmlich unter die Haut geht.

Es gibt also auch diesmal wieder eine klare Hör- und Kaufempfehlung von mir für alle, die Emotionalität, Dynamik und Spannung in der Musik lieben und die außerordentliche Authentizität der Musik von The Airborne Toxic Event zu schätzen wissen.

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