The Darkness servieren uns „Hot Cakes“

VERÖFFENTLICHUNG» 17.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
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The Darkness habe ich kurz vor ihrem Deutschland-Debüt mal irgendwo als Vorband gesehen. Mir fällt jetzt der Topact nicht mehr ein, aber an The Darkness kann ich mich noch gut erinnern. Spricht für den Support. Allerdings kamen sie doch sehr überheblich rüber – kostümmäßig in Richtung Queen (dazu passte auch das Glamour-Gehabe) und musikalisch sehr deutlich an Kiss und AC/DC angelehnt. Die Welt hatte anscheinend auf diesen Glam-Hard-Rock gewartet, denn den ersten beiden Alben in 2003 und 2005 war ordentlicher Erfolg beschieden. Im Folgejahr wurde es dann etwas chaotisch: Bandauflösung oder doch nicht? Alkohol- und Drogenprobleme bei Justin Hawkins… Ob es nun PR-Geplänkel war oder der wichtige Befreiungsschlag vor dem schwierigen dritten Album – das Warten hat jetzt endlich ein Ende. Mit „Hot Cakes“ erscheint ein neues Studiowerk nach der Reunion in alter Besetzung. Die „heißen Schnitten“ auf dem Cover sehen vielversprechend aus. Alles im Retro-Look gehalten. Das lässt auf neue musikalische Glanztaten hoffen.

Und tatsächlich: The Darkness rocken los wie eh und je. Da hält man sich nicht lange mit Balladen auf sondern verführt die Ohren mit rauem Gesang und nostalgischen Anleihen aller Art. Der Opener „Every Inch Of You“ erinnert an den Klassiker „Spirit In The Sky“ und rockt wie die großen Vorbilder aus Australien. Dann gibt es aber mit „Nothin’s Gonna Stop Us“ auch gleich Reminiszenzen an Queen. Das bringt gute Laune von Beginn an. Justin Hawkins kann sich in diese Pole mit seinem Gesang zwischen rauen, erdigen Tönen auf der einen Seite und einem Mercury-ähnlichen Falsett auf der anderen Seite perfekt einfügen. The Darkness sind die würdigen Vertreter einer neuen Glamrock-Fraktion. Und wenn Auftreten und Kostümierung auch immer eine ironische Note haben – musikalisch meinen sie es ernst. Der Retro-Sound rockt und führt zugleich in eine hymnische Zukunft. 40 wundervolle Minuten lang. Selbst dem Radiohead-Cover „Street Spirit (Fade Out)“ verleihen sie eine charakteristische neue Note.

Im Herbst wird das illustre Quartett als Special Guest mit Lady Gaga unterwegs sein. Da könnte es schon mal zu Verwechslungen in der Garderobe bei den Neon-Klamotten kommen. Musikalisch allerdings werden The Darkness die Bude rocken. Davon bin ich überzeugt. Den Clip zu „Everybody Have A Good Time“ findet ihr HIER. Und „Nothin’s Gonna Stop Us“ gibt es HIER als Free Download. Unbedingt mal ein Ohr riskieren!

Tour (Special Guest bei Lady Gaga):

  • 18.08. A-Wien – Wiener Stadthalle
  • 04.09. Köln – Lanxess Arena
  • 05.09. Köln – Lanxess Arena
  • 20.09. Berlin – o2 World
  • 24.09. Hannover – TUI Arena