The Dope „Hinterlandia“, das Duo füllt sein neues Album mit einem außergewöhnlichen Indie-Mix

VERÖFFENTLICHUNG» 19.04.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Erfrischend außergewöhnlich ist das zweite Album des bayrischen Duos The Dope mit dem sonderbaren Namen „Hinterlandia“ (der Bandname kommt im übrigen vom mecklenburgischen Naturschutzgebiet Döpe). Nach ihrem vielgelobten Debüt „Into The Woods“ 2010 nahmen Songwriter, Sänger und Gitarrist Rudi Maier und sein Drummerkollege Franz Neugebauer auf einem abgelegenen Bauernhof in Bayern ihr neuestes Werk auf, das erste Ergebnis stellten sie uns schon im letzten Jahr mit „Monsters Of Fuck You All“ vor.

Das gewählte Cover-Artwork gemäß Grimm´s Märchen „Der Hase und der Igel“ lässt eine Anspielung auf die provinzielle Herkunft des Duos vermuten, selbst der Albumtitel hat irgendwie etwas „fabel“-haftes. Auch wenn die beiden damit naturverbunden und hinterwäldlerisch wirken, ihre Musik ist dies jedoch keineswegs. The Dope präsentieren uns auf „Hinterlandia“ vorwiegend experimentell angelegte Stücke, die musikalisch zunächst hörbare Einflüsse von Modest Mouse und Built To Spill aufweisen, dennoch den eigenen Stil ihres Debüts fortführen und weiterentwickeln.

Dass Musikduos ähnlich vollwertig klingen können wie mehrköpfige Bands, haben schon andere Bands wie The White Stripes bewiesen. Fetzige Gitarren, krachende Beats und eine zuweilen melodiöse Stimme reichen auch The Dope vollkommen aus, um sich musikalisch auszudrücken. Und dies tun sie leidenschaftlich, auch wenn gewollt schräge Klänge beim Hörer manchmal durchaus etwas Geduld erfordern. Ihre Melodien schlagen teils wilde Haken innerhalb der Songs, so wie der Lauf eines Hasen eben, finden sich jedoch stets wieder in die anfängliche Grundharmonie des Songs ein.

Der Opener „Blizzard the Kid“ zeigt repräsentativ für das ganze Album, auf was sich der Hörer einstellen muss, zarte hohe Stimmpassagen wechseln sich mit rockigen und polternden, fast punkigen Parts ab. In „Mines of Falun“ sorgen darüber hinaus noch querulante Gitarren für ein leichtes „Durcheinander“ und lassen den Hörer nicht schlecht staunen. Das melodisch-trashige „American Girl“ ist ein kurzes Vergnügen, wurde aber nach Angaben der Band auch nur in nur zwanzig Minuten komponiert. In ihrer Bavaria-Hymne „Hollywood,…“ mixen sie verschiedenste Instrumente, schrammelnde Gitarren, wilde Geigen, Bläser, sogar Klaviermelodien werden integriert.
Einer der in meinen Augen unkompliziertesten Songs ist neben dem Opener auch „Strawberry Fields“, musikalisch verständlich und mit einer melodisch annähernd durchlaufenden Thematik, erschließt er sich dem Hörer besser als der doch recht launische, ja fast sarkastisch wirkende Rest des Albums. Ein quasi versöhnliches und doch schräges Ende gibt es mit „Mother’s Boy Toyed with an Idea“, da freut sich noch mal jeder, der im Circle Pit mitspringen will. Das Album schließt sich jedoch erst mit dem Hidden Track eines verrockten bayrischen Volkslieds und Jodel-Singsang in „…Mietraching“, also noch mal eine echt schräge Nummer zum Schluss.

Rudi und Franz, die Burschen mit den bayrischen Wurzeln, verwehren sich stilistisch sichtlich der Mainstream-Indie-Welle und haben sich mit ihrem speziellen Sound ihre ganz eigene Indie-Welt erschaffen. Auch wenn ihre Klangexperimente und Rhythmuswechsel zeitweise etwas sperrig-unbequem wirken, fast wie wenn man ein Musiktape rückwärts laufen lässt, so lohnt es sich ganz sicherlich, ein zweites Mal hinzuhören und sich The Dope vor allem einmal live anzuschauen.

Einen kleinen Vorgeschmack mit „Mother’s Boy Toyed With An Idea“ gibt es hier:

The Dope – Hinterlandia hier bestellen!

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Kommende Tour-Daten The Dope:

  • 19.04. Berlin – Magnet „Karrera Klub“
  • 20.04. München – Kafe Kult
  • 16.05. Nürnberg – K4
  • 17.05. Ebersberg – Altes Kino
  • 21.05. Jena – Cafe Wagner w/ River Giant
  • 22.05. Dresden – Scheune w/ River Giant
  • 23.05. Chemnitz Aaltra w/ River Giant
  • 24.05. Landshut – Rocket w/ River Giant
  • 26.05. Rees – Haldern Pop Bar w/ River Giant
  • 27.05. Amsterdam – Ziggo „DevilDuck Showcase“ w/ River Giant & Dangers of the Sea
  • 29.05. Lübeck – Blauer Engel w/ River Giant