The Plea träumen von gefüllten Stadien – oder bleibt es ein Traum? „The Dreamers Stadium“

VERÖFFENTLICHUNG» 22.02.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Sänger Denny Doherty und Gitarrist Dermot Doherty stammen aus dem irischen Ballyliffin, einem dieser Orte, wo laut Denny gilt: „Wenn jemand geboren wird, spielt Musik. Wenn jemand stirbt, spielt Musik“. Schon die Großmutter der Doherty-Brüder war eine aufstrebende Opernsängerin, aber sie bekam 16 Kinder, was ihre Pläne etwas durchkreuzte. Wer mit einer solchen Verwandtschaft im Rücken aufwächst, ist es vermutlich gewohnt, vor Großfamilien zu spielen und die Massen zu beeindrucken. Diese Geschichte spiegelt sich auch in den Titeln der bisherigen Veröffentlichungen. Die EP „Nothin‘ But Trouble“ war der Anfang, doch jetzt geht es mit dem Debütalbum „The Dreamers Stadium“ gleich in die Vollen.

Was The Plea hier leisten, ist Stadionrock vom Feinsten. Bis ins Detail glanzvoll arrangiert, mit durchgehend hymnischen Passagen und einer beeindruckenden stimmlichen Leistung von Denny Doherty. Ich will mal so sagen: Manch einer ist lange Jahre auf der Suche nach einer Band, die an der Stelle weiter macht, wo die Lieblingsband vor Jahrzehnten aufgehört hat. So könnte es Fans von U2 mit The Plea gehen. An vielen Stellen klingen sie wie eine Coverband, denn sowohl instrumental als auch stimmlich erinnern sie ungemein an die weltbekannten Iren in ihrer Phase Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre. Und keine Angst – sie verkommen nicht zur reinen Kopie. Ungemein druckvoll und breitwandig gibt es neue Songs, melodisch und in einer individuellen Stärke. Von Abkupfern kann da zum Glück keine Rede sein.

„Staggers Anthem“ ist ein starker Opener und auch die Single „Glass Waltz“, die man mit viel Glück bisweilen im Radio hört, kann als Anspieltipp dienen.  Einen poppigen Einschlag gibt es mit „The Odyssey“ und „Praise Be“. Eventuell haben da Coldplay und die frühen Simple Minds Pate gestanden. Und Freunde der leiseren Klänge kann man vielleicht mit „Windchime“ überzeugen. Alles in allem ist das Album durchgehend stark. Vielleicht mit elf Songs plus Hidden Track ein wenig kurz. Hier ein kleiner Eindruck:

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