The Rumour Said Fire präsentieren mit ihrem zweiten Album „Dead Ends“ Lo-Fi Sound in Perfektion

VERÖFFENTLICHUNG» 05.04.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Mit ihrem Debutalbum „The Arrogant“ weckten The Rumour Said Fire 2010 zum ersten Mal auch international das Interesse der Musikszene, nachdem die 2008 gegründete Band um Sänger Jesper Lidang aus Kopenhagen als Newcomer beim Spot-Festival in Aarhus auf sich aufmerksam machte und daraufhin direkt zum Roskilde Festival eingeladen wurde. Im selben Jahr besuchte uns das zu der Zeit hierzulande noch recht unbekannte dänische Quartett sogar schon beim Reeperbahn Festival in Hamburg.

Jetzt ist bereits ihr zweites Album „Dead Ends“ erschienen und überrascht uns mit einer wirklich gelungenen musikalischen Weiterentwicklung. War ihr Debut doch noch vorrangig dem Folk verhaftet, so haben sich im aktuellen Album nun deutlich neue Soundqualitäten herauskristallisiert. Dass sich Jesper´s Musikgeschmack schon früh durch die Plattensammlung seiner Eltern prägte ist auch in „Dead Ends“ nicht zu überhören. Seine Vorliebe für The Cure als Teenager zieht sich ebenfalls wie ein musikalischer Faden durch das gesamte Album, ohne dabei wie reproduziert zu wirken. Aus den verschiedensten Einflüssen kombinieren The Rumour Said Fire in ihren neuen Songs interessante Arrangements, die den Hörer durch die Verbindung dieser Stilelemente stets auf´s neue überraschen.

Einige Songs wirken aufgrund ihrer sphärisch angelegten Klänge aus Synthies, verzerrten E-Gitarren und langgezogenen Gesängen regelrecht hymnisch und fast schon hypnotisch auf ihre Art. Jedoch durchbrechen peitschende Drums, rasselnde Schellen oder widerhallende Sprechgesänge diese breite Soundwand immer wieder. „Moon Stream“ wirkt dadurch regelrecht surrealistisch verzerrt. Die Bee Gees hätten die hohen Stimmen in der verträumten Ballade „Séance“ nicht besser hinbekommen können, hier wirkt der Gesang fast himmlisch, obwohl der Song dann plötzlich doch noch richtig Fahrt aufnimmt aber wieder sanft zum Ende kommt. Good Vibrations gibt es vor allem in dem antreibenden, tanzbaren Opener „Destroyer“, „The Oracle“ oder auch in „Reckless Hearts“, deren Rhythmen und Refrains den Hörer quasi direkt „einfangen“. Neben den wahrhaft Cure-verwandten Gitarrenklängen schimmert wie in „Dead Leaves“ gelegentlich eine gute Portion Glamour durch. Manchmal wirken ihre Melodien so geheimnisvoll wie Chris Corners Kompositionen mit IAMX, die beiden Instrumentalstücke „Nocturne IV/Mist“ und „Nocturne V/K’s Passage“ kommen dem schon sehr nahe. Großartig ist auch die Integration des jazzigen Saxophons in dem Ohrwurm „Voyager“ und in „Provence III“, eine Kombination die mutig ist und stilistisch spannend zugleich. Den Abschluss des Albums bildet der wunderschöne Indie-Folk Song „Sleep“, der mich melodisch und gesanglich an die guten alten Oldie-Zeiten erinnert.

Für Fans von Nada Surf, Glasvegas und natürlich The Cure dürfte dies ein grandioses Album sein. Experimentell und dennoch mit erfolgssicheren Stilelementen durchzogen überzeugen The Rumour Said Fire mit einem tollen Album basierend auf originalen Demos und einem genialen neuen Mix aus Indie- und Synthie-Pop, Glam-Rock, Alternative, ein wenig Folk, sowie mit einem leichten 80-iger und Oldie-Touch.

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Ihr solltet auf keinen Fall eins der kommende Konzerte von The Rumour Said Fire verpassen:

  • 17.04.2013  Berlin, Magnet
  • 18.04.2013  Flensburg, Volxbad
  • 23.04.2013  Köln, Studio 672
  • 24.04.2013  Hamburg, Molotow
  • 25.04.2013  Osnabrück, Kleine Freiheit