The Soundtrack of our Lives Throw It To The Universe

VERÖFFENTLICHUNG» 22.06.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

„Die Auflösung von The Soundtrack of our Lives wäre für mich musikalisch so ziemlich das Schlimmste, was 2012 passieren könnte“, erklärte Noel Gallagher erst kürzlich in einem Interview. Deshalb dürfte er wohl alles andere als amused über die Nachricht gewesen sein, dass „Throw It To The Universe“ definitiv die letzte reguläre Veröffentlichung von The Soundtrack of our Lives ist. Ende des Jahres ist nach insgesamt acht Alben und drei EPs Schluß mit dem schwedischen Musikkollektiv. Wenn man sich die dreizehn Songs auf „Throw It To The Universe“ anhört, dann ist diese Entscheidung umso bedauerlicher. Nicht nur für Noel Gallagher.

Vor 17 Jahren entstanden The Soundtrack of our Lives aus den Trümmern einer anderen famosen Band: Union Carbide Productions, deren Album „Swing“ von 1992 noch immer eine Zierde meiner CD-Sammlung darstellt. Ihre Mischung aus Psychedelic Rock und 60er Jahre-Pop machte sie in ihrem Heimatland schnell zu Superstars, bevor dem Sixpack 2001 mit „Behind The Music“ auch international der Durchbruch gelang. Bereits damals tourten sie mit Oasis durch die USA, was die Vorliebe von Noel Gallagher erklärt. Mit „Throw It To The Universe“ setzen Ebbot Lundberg, Ian Person, Mattias Bärjed, Frederik Sandsten, Kalle Gustafsson und Martin Hederos nun einen würdigen Schlußpunkt hinter ihre gemeinsame Geschichte.

Das geht mit dem Titelsong und viel Hippie-Flair gleich ganz stark los. Auch im folgenden „You Are The Beginning“ regnet es kübelweise Blumenkränze, Joints, Batikgewänder und Jesuslatschen. Die Beatles schielen gleich mehrere Male um die Ecke, so in „When We Fall“ oder „Busy Land“. Bei „Where’s The Rock?“ sind John, Paul, Ringo und George dann endlich im 21. Jahrhundert angekommen, offensichtlich irgendwo in der Nähe von Spanien. „Reality Show“ ist zwar nicht der Soundtrack unseres Lebens, könnte aber der eines Roadmovies von Dennis Hopper sein. Ebenso hymnisch werden „Faster Than The Speed Of Light“ und besonders das grossartige „Freeride“ aus dem Ärmel der staubigen Motorradjacke geschüttelt. Zwischendurch wird es dann zur Abwechslung auch mal zärtlich („Solar Circus“) oder bluesig („What’s Your Story?“).

Überhaupt steigert sich „Throw It To The Universe“ von Song zu Song. Das ist angesichts der Länge von dreizehn Stücken eine eher seltene Ausnahme von der Regel und macht das Abschiednehmen nicht unbedingt leichter. Den endgültigen Abgesang auf sich selbst liefern The Soundtrack of our Lives mit „Shine On“: „There’s another day after tomorrow. There’s another day after the end“. Noel Gallagher hat Recht. Im Moment ist eine Welt ohne The Soundtrack of our Lives musikalisch nur schwer vorstellbar, auch wenn ihr letztes Lebenszeichen sicherlich noch lange nachklingen wird.