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The Tangent: “Auto Reconnaissance” – Eine Retro-Prog-Wundertüte

The Tangent  •  Auto Reconnaissance
Veröffentlichungsdatum: 21.08.2020
Unsere Bewertung: 9 von 9 Punkten

Im Promotext heißt es:

In den vergangenen 15 Jahren haben sich in der Welt des zeitgenössischen Progressive Rock scheinbar zwei Lager gebildet. Die einen Bands bedienten die erwartbaren, traditionellen Linien des Genres, und die Bands im anderen Lager verbrachten ihre Zeit damit zu bestreiten, dass sie überhaupt eine ‘Prog’ Band sind. Und dazwischen gibt es The Tangent.

Dem ist nichts hinzuzufügen, denn mit jeder Veröffentlichung beweist Mastermind Andy Tillison, dass Progressive Rock nicht immer nur verschwurbelte Kopfmusik ist, sondern auch tanzbar ist; dass man nicht immer nur die gängigen Klischees bedienen muss, sondern wirklich progressiv im besten Sinne sein kann, indem man sich anderen Musikstilen nicht verschließt und diesen auch ihren Freiraum auf den Alben anbieten kann.

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Natürlich besteht das Album in erster Linie aus klassischem Progressive Rock, der episch und auch in epischer Länge daher kommt, wie dem Longtrack “Lie Back & Think Of England” (28:16), der jazzy angehaucht ist, aber auch die Bandursprünge um die Flower Kings nicht verbergen kann. Der zweitlängste Song (15:57) “Jinxed In Jersey” kommt in einem wunderbaren Acid/Contemporary Jazz-Kleid um die Ecke und man kann kaum anders als mit zu wippen oder gar zu tanzen. “Under Your Spell” ist die Nummer, mit der man am wenigsten gerechnet hätte: eine wunderbare R&B-Schmusenummer, die in Teilen an “The O’Jays” erinnert. Auch “The Midas Touch” kommt mit einigen R&B-Wendungen aus, die das Album so unberechenbar machen. Der Bonustrack “Proxima” eröffnet mit einem Tangerine Dream Teil und endet in einem groovige Acid Jazz Teil, der entfernt an die frühen Jamiroquai erinnert.

Hut ab und eine Verbeugung vor Andy Tillison und seiner Prog-Jazz-R&B-Wundertüte.