Thomas D erzählt mit vielen Gästen vom „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“

VERÖFFENTLICHUNG» 20.12.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die Wartezeiten zwischen Thomas Ds Soloalben sind bekanntlich lang, da er stets nur dann aktiv wird, wenn die Fantas pausieren – und das tun sie nicht oft. Dann aber legt der Hausmeister los. Wie damals in der Schulzeit, als in den Ferien nur ein einziger die Stellung gehalten hat. Zunächst gab es „Solo“ (1997) mit dem Smashhit „Rückenwind“, vier Jahre später „Lektionen in Demut“, ein Konzeptalbum um die Figur „Reflektor Falke“, das zum zehnjährigen Jubiläum 2011 eine Neuauflage erfuhr, und schließlich „Kennzeichen D“, was auch schon wieder über vier Jahre her ist.

Das vierte Werke des bekennenden Eifelers trägt den Titel „Aufstieg und Fall des Tommy Blank“ und ist wieder ein Konzeptalbum, das sich diesmal mit der Figur eines imaginären Rappers beschäftigt, dessen Geschichte im Rückblick erzählt wird. Die Idee dahinter ist sorgfältig ausgearbeitet und es gibt eine Reihe von Gästen, die in ihren Features die Person des Tommy zum Leben erwecken.

Nach einem einminütigen Intro geht es direkt mit Cäthe als erster Duettpartnerin los. Thomas D erzählt Tommys Geschichte in kurzen Episoden, beschreibt seinen Weg zum Ruhm und die Schattenseiten des Erfolgs bis hin zum plötzlichen Verschwinden des Protagonisten. Dabei gibt es eine unendliche Reihe starker Songs, bei denen Thomas seinen Mitstreitern viel Raum gibt, um sich selbst einzubringen. Neben der wundervollen Cäthe ist da auch Alin Coen mit an Bord, die vor allem dem Ohrwurm „Hurensöhne“ enorme Kraft verleiht. Dabei geht es um die Geschichte von Robert Oppenheimer, zu dem sein Kollege nach der Erfindung und dem ersten Test der Atombombe sagte: „Von nun an sind wir Hurensöhne“.

Überhaupt bewegt sich Thomas D weit über die Grenzen des Genres hinaus. So trägt auch die Charakterstimme von Herbert Grönemeyer ihr Scherflein zum Song „Brüder“ bei und Nicholas Müller (Frontmann von Jupiter Jones) verstärkt den Meister beim aggressiv-resignierten „Erfolg is a bitch“. Hinzu kommen übliche Verdächtige wie Samy Deluxe, Moses Pelham, Maxim und Afrob. Gewohnt lässig interpretiert Thomas seine schwergewichtigen Texte und erzählt eine Story mit Tiefgang. Es findet sich neben den HipHop-Elementen durchgehend eine bunte Mischung, die auch den Popsongs breiten Raum gibt und rockige Elemente nicht zu kurz kommen lässt. Damit hat Hausmeister Thomas D zum Ende des Jahres noch locker ein Meisterwerk aus dem Ärmel geschüttelt.

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