Tim Bendzko legt noch 12 drauf und erweitert „Am seidenen Faden“ um „Unter die Haut“

VERÖFFENTLICHUNG» 06.12.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Sein zweites Album „Am seidenen Faden“ erschien vor einem guten halben Jahr. Vielleicht war es Tim Bendzko oder der Plattenfirma zu früh, jetzt schon den dritten Longplayer auf den Markt zu bringen. Neben der Hitsingle „Unter die Haut“ (im Verbund mit Cassandra Stehen) lag aber schon genügend Material für eine neue Scheibe vor. Ganze 12 unveröffentlichte Tracks zieren den neuen Silberling und so steckte man ihn kurzerhand in ein Digipack, das nun als Doppelalbum unter dem Namen „Am seidenen Faden / Unter die Haut“ verkauft wird. Der Verbraucher kann sich nun ärgern über solches Geschäftsgebaren – in Zeiten (legaler) Download-Möglichkeiten ist es aber auch kein Problem, sich die neuen Songs einzeln zu ziehen, wenn man denn einen Zweitkauf vermeiden will.

Die Herausforderung des zweiten Albums hatte Bendzko mit „Am seidenen Faden“ schon hervorragend gemeistert. Konnte man beim Debüt noch behaupten, er klinge wie eine jüngere Ausgabe von Xavier Naidoo, so ist es jetzt eher so, das Xaviers aktuelles Album stellenweise nach Tim Bendzko klingt – als hätte sich der Altmeister des deutschen Soul etwas von der natürlichen Lässigkeit des jungen Lockenkopfes angeeignet. Bendzko bietet ruhige, komplex arrangierte Songs, mit denen er seinen Gefühlen Ausdruck verleiht.

Der neue Release führt diesen Weg unbeirrt fort. Tim bleibt seinem Stil treu, und doch bietet  „Unter die Haut“ einige Neuerungen: Zum einen sind da die Kollaborationen mit bekannten Duettpartnern, die einigen Songs den letzten Kick geben. Es gibt Features mit Lary, Chima, Aitzi, XAVAS, Rea Garvey und Cassandra Steen. Sehr gelöste Songs, die in künstlerischer Verbundenheit entstanden sind. Tims Songwriter-Pop dominiert, wird aber wie bei „Noch nie“, „Vergiss es“ und „Um jeden Preis“ um neue Komponenten ergänzt.

Zum anderen findet sich mit „Give A Little“ ein englischsprachiger Song, den Bendzko mit Rea Garvey interpretiert und der zeigt, dass Tim auch in diesem Metier bestehen kann. Alles in allem soll er aber bei den deutschen Lyrics bleiben, denn textlich findet er für viele Situationen die richtigen Worte und regt zum Nachdenken an. Das Package ist schön aufgemacht und dürfte Freunde melancholischer Popmusik absolut zufrieden stellen.

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