Two Door Cinema Club präsentieren ihr zweites Studioalbum „Beacon“

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Bereits vor zwei Jahren wurde eine Menge Wirbel um das Debütalbum „Tour History“ von Two Door Cinema Club gemacht, welches es zwar nur bis auf Platz 24 der UK Album Charts schaffte, wofür sich TDCC aber 2010 immerhin den Choice Music Prize für das beste irische Album einheimsten. Darüber hinaus erspielten sich Frontmann Alex Trimble (Gesang/Gitarre/Synthie), Kevin Baird (Bass) und Sam Halliday (Gitarre) während ihrer weltweiten Tour eine riesige Fangemeinde, die vor allem aus recht jungen Publikum besteht. Jetzt hat das 2007 gegründete nordirische Trio unter extrem hohem Erwartungsdruck endlich nachgelegt und ihr Folgealbum „Beacon“ herausgebracht.

Wer so erfolgreich ist, in dem was er tut, und so viel positives Feedback und Euphorie mit seiner Musik auslöst, wird sicherlich nicht das ganze Konzept in Frage stellen und im nächsten Album alles grundlegend anders machen, so viel ist klar. Doch wird schon in den ersten Songs spürbar, dass sich dennoch musikalisch und konzeptionell einiges bei Two Door Cinema Club getan hat. Steht in ihrem Erstlingswerk noch oft das „spielerische“ Element im Vordergrund, in der Hauptsache die leichten, fröhlichen Indie-Gitarren und Popklänge, rückt in „Beacon“ die Verspieltheit etwas in den Hintergrund, der breit angelegte Sound wirkt durch eine umfangreiche Instrumentierung und tragende Soundeffekte insgesamt voluminöser und wird damit sozusagen stadiontauglich. Nicht unbemerkt bleibt da der Einfluss des irischen Produzenten Jacknife Lee, der u.a. schon Bloc Party, Snow Patrol, Editors sowie U2 erfolgreich unterstützte. Obwohl ihr eigener unverkennbarer Stil natürlich grundsätzlich erhalten bleibt, bemerkt man schon eine stilistische Annäherung an die zuvor genannten Bands, weshalb sich das ganze Album auch etwas ausgereifter anhört als der vorwiegende „Teenie-Pop“ ihres Debüts.

Wie schon beim Opener „Next Year“ laufen u.a. auch in „Beacon“ programmierte Beats sowohl songeinführend als auch begleitend mit, so dass eine gewisse „Dichte“ entsteht, die ihren neuen durchweg überzeugenden Studiosound perfekt ausbalanciert. Als echte Pop-Ohrwürmer entpuppen sich ebenfalls schon beim ersten Hören „Pyramid“ und „The World Is Watching“, der treibende Rhythmus in „Spring“ und „Sleep Alone“ zieht einen sofort in seinen Bann und man kann die Tanzbeine eigentlich gar nicht mehr ruhig halten. „Settle“ hat irgendwie etwas opulentes und scheint schon direkt für die großen Bühnen geschrieben zu sein. Die Favoritenrolle geht neben dem eingängigen „Next Year“ jedoch an das treibende Spektakel von „Someday“ und an den wunderschön arrangierten und abwechslungsreichen Song „Sun“, der die melodische Stimme von Alex Trimble hervorragend mit Synthiemelodien, Bläsern und Drums zu einem nicht mehr aus dem Gehörgang weichenden Popsong macht. Man hört förmlich schon die Chorgesänge der Fans, die im Konzert den Refrain kollektiv mitsingen.

Thematisch orientiert sich „Beacon“ vorrangig an der Sehnsucht nach der Heimat, nach Nähe und Liebe, was sicherlich in ihrer ständigen Abwesenheit von zu Hause während der Tour und auch in ihrem längeren Aufenthalt in Kalifornien begründet liegt, wo TDCC die Aufnahmen zu ihrem Album gemacht haben.

Ihr aktuelles Album „Beacon“ zeigt uns sehr deutlich, dass sich Two Door Cinema Club ihrem Umfeld entsprechend stets weiterentwickelt haben und mit diesen durchweg positiven Einflüssen auch weiterhin voll durchstarten werden. Auch wenn mir die Verspieltheit ihres Debüts ein wenig fehlt, verloren gegangen ist sie keinesfalls, nur etwas dezenter verpackt und stärker in das musikalische Gesamtkonzept integriert. Auf jeden Fall macht auch ihr zweites, absolut lebhaftes Album Lust auf mehr, vor allem Lust auf Tanzen und auf ihre Livekonzerte! Schon ab November sind die jungen Iren dann mit ihrem aktuellen Album im Gepäck wieder für acht Konzerte bei uns in Deutschland zu Gast, aber man sollte sich beeilen, denn die Tickets sind bestimmt schnell wieder ausverkauft:

  • 19.11.2012 Köln, E-Werk
  • 20.11.2012 München, Tonhalle
  • 21.11.2012 Offenbach, Capitol
  • 23.11.2012 Berlin, Astra Kulturhaus
  • 24.11.2012 Hamburg, Große Freiheit
  • 04.03.2013 Münster, Skaters Palace
  • 08.03.2013 Stuttgart, Longhorn
  • 09.03.2013 Bremen, Modernes