Tyga – Hotel California, Klischeehafter Amirap in Perfektion

VERÖFFENTLICHUNG» 09.04.2013
BEWERTUNG» 5 / 9
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Das Image von amerikanischen Rappern kann man relativ schnell abfrühstücken: Dicke Hose, dicke Karren, dickes Konto, dünne Frauen. Tyga, seines Zeichens US-Nachwuchsrapper aus Campton, Kalifornien, kann über diese Klischees nur lachen. Er erweitert einfach das Ausmaß ganz einfach.

Zugegeben, einen gewissen Kredit muss man einem der erfolgreichsten Newcomer des letzten Jahres schon geben. Sein Vorgänger „Careless World: Rise of the Last King“ brachte ihm einiges an Reputation in der  amerikanischen Musikszene ein. Mit „Hotel California“ will er diesen Status untermauern. Das geht teils gut, teils vollkommen daneben.

Um noch einmal auf den ersten Absatz zu sprechen zu kommen. Tyga bedient alle Klischees des durchschnittlichen Amirappers tadellos und setzt noch einen drauf, indem er in drei Viertel seiner Songs häufiger die Worte „Bitch“ und „Nigger“ verwendet, als Personalpronomen jeglicher Art. 1+ mit Sternchen für die Authentizität! Dementsprechend sind die Texte auch relativ belanglos. Ein bisschen „Fuck“ hier, ein wenig „Niggerbitchmoney“ da – und fertig sind „500 Degrees“, „Dope“ oder „Palm Trees“ . Wiederum interessanter wird es, wenn man die Beats mit einbezieht, welche auch als Instrumentals bei der nächsten Kiffer-Party bestimmt das absolute Highlight sein werden. Noch viel interessanter wird es bei den etwas ernsteren Songs, die auch die nachdenkliche Seite des Rappers zeigen. Gerade „Live Fast, Drive Young“ und „Diss Song“ stechen da hervor.

Dennoch: Das Album ist – so banal es klingt – ein wenig vergleichbar mit den letzten drei Green Day Alben. Kann man sich ruhigen Gewissens anhören, kann man auch gut finden, aber belanglos ist der Kram alle Male. Wer hingegen einfach nur ein wenig Hintergrundmusik laufen lassen will, während man mit Freunden das ein oder andere Kraut raucht, dem kann man „Hotel California“ wärmstens empfehlen.