Udo Lindenberg’s „Ich mach mein Ding – Die Show“ in einer Special Edition inklusive Bonus-CD

VERÖFFENTLICHUNG» 20.09.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Am vergangenen Samstag strahlte VOX die vierstündige Dokumentation „Ich mach mein Ding! 40 Jahre Udo Lindenberg“ aus. Darin berichten Lindenberg selbst und viele seiner Wegbegleiter von den Anfängen, Abstürzen und dem fast schon sensationellen Comeback mit „Stark wie Zwei“ von 2008. Es folgten eine denkwürdige MTV Unplugged-Session „Live aus dem Hotel Atlantic“, das Musical „Hinterm Horizont“ und im vergangenen Jahr die triumphale Deutschlandtour unter dem Motto „Ich mach mein Ding“. Das gleichnamige Doppel-Live-Album erschien bereits im März und wird nun passend zur Doku in einer Special Edition neu veröffentlicht, die um eine dritte CD mit 13 Bonustracks erweitert wurde. Das Ganze ist in einem dekorativen Pappschuber verpackt, dessen Artwork die Figuren aus Lindenberg’s berühmten Likörellen bilden.

Die beiden Live-CDs wurden am 31. März und 2. April 2012 in der Kölner Lanxess Arena aufgenommen. Mit dabei zahlreiche Gäste: Jan Delay, Nathalie Dorra (bekannt aus „The Voice Of Germany“), Celina Bostic, die schon Ende der 90er Jahre als Backgroundsängerin für Udo Lindenberg auftrat oder die Hauptdarstellerin des „Hinterm Horizont“-Musicals Josephin Busch. Im Duett mit Clueso singt Lindenberg eine Gänsehautversion von „Cello“, beim anrührenden „Wozu sind Kriege da?“ begleitet ihn der Düsseldorfer Kinderchor „Kids On Stage“. Wer in der Domstadt natürlich auf keinen Fall fehlen darf ist Stefan Raab, der bei „Jonny Controlletti“ und „Sonderzug nach Pankow“ seine Schlagzeugkünste demonstriert. Die insgesamt 28 Songs starke Setlist bietet Rocker wie „Sie brauchen keinen Führer“, „Strassenfieber“ oder „Candy Jane“, melancholische Momente wie „Was hat die Zeit mit uns gemacht?“, „Leider nur ein Vakuum“ oder die Hommage an Lindenberg’s 2006 verstorbenen Bruder Erich „Stark wie Zwei“. Nicht zu vergessen die Klassiker „Alles klar auf der Andrea Doria?“ oder „Reeperbahn“ im Akustikgewand. Live erhalten die Songs zum Teil einen völlig neuen Anstrich und sowohl Lindenberg als auch das Panikorchester präsentieren sich auf absolutem Top-Niveau.

Die Stücke der Bonus-CD wurden für die erweiterte Ausgabe von „Ich mach mein Ding“ vollständig remastert und bieten einen netten Querschnitt durch Udo Lindenberg’s umfangreiches Schaffen. Angefangen bei seinem ersten deutschsprachigen Album „Daumen im Wind“ von 1972 bis zur jüngsten Single „Das Leben“. Was dabei auffällt ist die Lücke zwischen 1988 und 2008. Immerhin wurden in dieser Zeit nicht weniger als zehn Studioalben veröffentlicht, wenn auch mit eher mäßigem Erfolg. Der Mehrwert der Bonusdisc erschließt sich nicht wirklich, zumal es ja bereits ausreichend andere Zusammenstellungen dieser Art von Udo Lindenberg gibt.

Das riecht alles ein bißchen nach „fahrender Zug“. Aber kann man dieser ewig nuschelnden Deutschrockikone hinter der Hutkrempe und der Sonnenbrille deswegen böse sein? Eigentlich nicht. Der größte Verdienst von Udo Lindenberg ist die Tatsache, dass er seine Lebensweisheiten in eine klare Sprache verpackt, die jeder versteht und die heute noch genauso gut funktioniert wie vor 40 Jahren. Chapeau!