Usher siebtes Studioalbum „Looking 4 Myself“

VERÖFFENTLICHUNG» 08.06.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Mit den Singles „More“, „OMG“ (mit will.i.am), „DJ Got Us Fallin‘ in Love“ (mit Pitbull) und „Without You“ (mit David Guetta) landete Usher in den vergangenen Monaten weltweit einen Charterfolg nach dem anderen. Doch nicht nur in den Hitlisten ist Usher ein gefragter und gern gesehener Gast: auch seine letztjährige Deutschlandtour, bei der er in den größten Hallen der Republik gastierte, war bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft. In seiner Karriere verkaufte der Texaner mehr als 43 Millionen Alben weltweit, neunmal stand er mit seinen Songs an der Spitze der US Billboard Charts, siebzehn Singles erreichten die Top Ten.

Die Erfolgsgeschichte wird fortgeführt, denn aktuell erscheint Ushers siebtes Studioalbum. Die erste Single-Auskopplung „Scream“ entführt mit fröhlichen Elektropop-Klängen in die nahende Zeit von Sonne, Strand und guter Laune. Ein typischer Dancefloor-Song, produziert von Max Martin, der bereits mehrfach für Usher tätig war. Auch der Opener „Can’t Stop Won’t Stop“ enthält alle Elemente, die der Hörer erwartet. Vor allem das Markenzeichen: Eine glasklare, in gewissen Teilen gar etwas sterile Produktion. Synthesizer, eine Melodielinie aus Billy Joels „Uptown Girl“ – alle Instrumente von Mastermind will.i.am himself eingespielt.

Ushers Stimme ist vor allem in den Höhen außerordentlich stark. Das wird am deutlichsten, wenn die Elektronikparts in den Hintergrund treten. Bei der Ballade „Climax“ beispielsweise, dem groovigen „Show Me“ oder den melancholischen Träumereien „Dive“ und „What Happened To You“. Der Vergleich zu Michael Jackson wird oft herangezogen – aber ich komme auch nicht umhin, bei diesen Songs immer wieder an den King of Pop erinnert zu werden, vor allem wenn Usher seine Vocals mehrstimmig einsingt oder stimmlich in höchste Sphären entschwindet.

Die Mischung aus ruhigen Songs, R’n’B und Tanzflächen-Burnern ist stimmig und macht das Album insgesamt sehr vielseitig. Als Features finden sich unter anderem Rick Ross im verspielten „Lemme See“, Pharrell für das beschwingte „Twisted“ und Luke Steel im entspannten Titeltrack „Looking 4 Myself“. Die Deluxe Edition enthält vier Bonustracks, wobei vor allem „I.F.U. “ und das von David Guetta produzierte „2nd Round“ elektronischer klingen als alles, was sich auf dem eigentlichen Album findet. Insgesamt hat man den Eindruck, dass Usher sich an die erfolgreiche Welle von hymnischen Popsongs Marke Bruno Mars und Cee Lo Green anlehnt. Ich kann nur sagen: Er tut gut daran!