Van Morrison: „Moondance“ strahlt in der Neuauflage heller denn je

VERÖFFENTLICHUNG» 18.10.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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George Ivan Morrison, besser bekannt als Van Morrison, gehört nicht zu den Künstlern, die sich über ein bestimmtes Album definieren. Was er in den fast 50 Jahren seines musikalischen Schaffens geleistet hat, macht ihn zu einem der größten Songwriter des Planeten – 1993 wurde er in die Rock´n´Roll-Hall of Fame aufgenommen, dann brachte er in den 90ern zwei Grammys nach Hause und der Rolling Stone wählte ihn 2008 unter den „100 Greatest Singers Of All Time“ auf Platz 24.

Seine Discographie umfasst Dutzende von Scheiben. Wenn man aber dem unbedarften Interessenten ein Album empfehlen möchte, das die Essenz der Karriere des Mannes aus Belfast ausmacht, dann wird es wohl „Moondance“ sein – das Werk, das Van Morrison zum internationalen Durchbruch verhalf und noch heute eines der meistgeliebten Alben aller Zeiten ist. Im Februar 1970 veröffentlicht hört es sich heute in der remasterten Version noch so zeitlos an, als sei es erst gestern auf den Markt gekommen. Elemente aus Folkrock, Countrymusik, Rhythm & Blues und einer deutlichen Prise Jazz vereinen sich zu einem ganz besonderen Werk, das zur Zierde jeder Plattensammlung wird. Da schmelzen die Herzen, wenn der Titelsong „Moondance“, das gut gelaunte „Caravan“ oder die verträumte Ballade „Crazy Love“ erklingen. Man muss aber gar nicht auf einzelnen Titeln rumreiten, denn das Album wirkt als Ganzes und erzählt mit nostalgischen Klängen vom Leben auf dem Lande.

Zur Neuveröffentlichung gibt es zwei Pakete. Mir liegt nur die Doppel-CD vor, die aber schon lohnenswert ist. CD 1 bietet eine sorgfältig remasterte Version des Albums, die den Sound an heutige Hörgewohnheiten anpasst. Diese CD kann man auch einzeln erwerben. CD 2 enthält dann 11 bisher unveröffentlichte Tracks, die quasi eine Best Of der 5-Disc-Deluxe-Version bieten. Hauptsächlich handelt es sich dabei um alternative, zum Teil sehr lange Takes der Originalsongs, die manchen Track in neuem Licht erscheinen lassen. Interessantestes Element für langjährige Fans dürfte aber der Song „I Shall Sing“ sein, der schon für das Originalalbum aufgenommen aber aus Platzgründen nicht verwendet wurde. Er galt lange Zeit als verschollen und erstrahlt jetzt in neuem Glanz.

Wer das Album in allen Facetten genießen möchte und gar nicht genug von dem alten Recken bekommen kann, muss wohl die Version mit fünf Silberlingen wählen. Die Aufnahmen nehmen uns mit zur Studioarbeit des Jahres 1969 und bieten gut 50 alternative Takes der Albumtracks. Hinzu kommt eine Blu-Ray Audio-Disc des Original-Albums in High-Resolution PCM Stereo und DTS-HD Audio 5.1 Surround Sound-Qualität, verpackt in einem Umschlag aus Leinen. Das Booklet enthält Liner-Notes von Alan Light und dem Original-Tonmeister Elliot Scheiner.

Okay – bis zu sieben mal der gleiche Song in unterschiedlichen Versionen. Da hört die Liebe dann doch auf. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass ich das auf Dauer aushalten würde. Aber die „Expanded Edition“ ist zur Neuentdeckung des Klassikers wirklich elementar und kommt in schöner Aufmachung.

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