VYRE – The initial Frontier Pt. 1 – ein Meisterwerk des Black Metals

VERÖFFENTLICHUNG» 29.11.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Eigentlich weiss man garnicht wie man dieses Review schreiben soll, aber wir fangen einfach mal an. Sicherlich fragt man sich nun, was an einem Review so schwierig sein soll – ganz einfach – nachdem man „The initial Frontier Pt.1“ die ersten Mal gehört hat, weiss man es nicht richtig einzuordnen. Aber fangen wir von vorne an.

Bei VYRE handelt es sich um eine Band aus Bielefeld, welche aus ehemaligen Leuten von EIS (ehemals GEIST) und diversen anderen bekannten Leuten besteht, so steuerte zB. Martin Wiese von ENID die orchestralen Parts bei. VYRE spielen Advantgarde Black Metal, nicht gerade ein besonders populäres Subgenre, denn oft ist es so, dass solche Bands manchmal übertreiben was den Einsatz von Keyboards usw. angeht. Doch dieses Album ist vollkommen anders.

Bei „The initial Frontier Pt.1“ handelt es, wie man ja auch am Namen erkennt, um den ersten Teil eines Gesamtwerks, dessen 2. Teil dann 2014 erscheinen wird, was auch ganz gut ist, denn dieses Werk in 2 Teilen zu veröffentlichen war eine sehr gute Idee – einfach weil es sonst zu lang geworden wäre. Das Album hat 6 Tracks wobei einer nur ein Intro darstellt, und eine Gesamtspielzeit von rund 49 Minuten. VYRE verfolgen offensichtlich ein anderes Konzept als viele andere Black Metal Bands, denn es dreht sich hier um SciFi Themen – ich musste hier sofort an „Covenant – Nexus Polaris“ denken, ein Album aus den 90er welches vor Kitsch und Schmalz nur so strotzte und einfach schrecklich war. Auch aus diesem Grund war ich anfangs kritisch.

VYRE Band 2Aber gut, kommen wir nun einfach mal zur Musik die einem hier geboten wird. Um es ganz knapp zu beschreiben: Der absolute Wahnsinn. Was VYRE uns hier auftischen, spielt in einer eigenen Liga. Ich habe dieses Jahr noch kein Album gehört welches mich so gefesselt und mitgerissen hat, und würde soweit gehen zu behaupten, dass es sich hier mindestens um eines der besten Alben 2013 handelt. „The initial Frontier Pt.1“ überwältigt den Hörer durch eine Gewalt die einem die Sprache verschägt. Man fragt sich andauernd wieso das so ist, denn VYRE gehen hier einen Weg, der viele Black Metal Traditionalisten (da zähle ich mich auch zu) normalerweise vollkommen verschrecken würde. Aber nein, auf diesem Album passt einfach alles. Angefangen vom imposanten Sound bis zur dramaturgischen Umsetzung des Konzepts. Der Sound dieser Scheibe ist einfach perfekt in diesem Kontext. Glasklare und messerscharfe Gitarrenarbeit die durch ihr teils dissonantes Spiel eine unglaubliche dichte Klangwelt schafft, gepaart mit einem sehr dynamischen Drumming und einem Bass der es verdient hat gehört zu werden – selten, dass man auf einer Black Metal Scheibe den Bass überhaupt mal wahrnimmt.

Auch die Vocals wissen zu überzeugen und welchseln dialoghaft geschickt gerne mal vom Englischen ins Deutsche, eine sehr gute Idee, was besonders klar wird wenn man sich den letzten Track „Miasma“ zu Gemüte führt. Hier überrascht der Wechsel vom Englischen ins Deutsche einfach deswegen, weil das plötzlich einsetzende Deutsche ganz gewollt eine noch dichtere Atmosphäre schafft. Bei den Songs ansich handelt es sich durch und durch um sehr durchdachte und komplexe Kompositionen die aufzeigen was für eine Ausnahmeband VYRE eigentlich sind. Die Synthieklänge die auf diesem Album zu hören sind, sind sehr geschickt eingesetzt und tragen unheimlich zur Atmosphöre bei OHNE irgendwo zu stören oder fremd zu wirken – sehr beeindruckend! Und selbst vor Ausflügen in den Jazz Bereich machen VYRE keinen Halt.

„The initial Frontier Pt. 1“ ist ein intensives 45 minütiges Vorspiel, welches in den letzten Minuten des Meisterwerks „Miasma“ seinen ultimativen Höhepunkt findet, und aufzeigt was „Black Metal“ für eine mächtige Kunstform darstellt. Daher sollte man sich dieses Album unbedingt in einem Stück anhören, weshalb man auch eigentlich keine Anspieltipps geben kann obwohl die beiden letzten Songs „Digital Dreams“ und „Miasma“ die beiden stärksten Songs sind.

Es bleibt keine andere Möglichkeit diesem Album die volle Punktzahl zu geben, denn VYRE haben mit „The initial Frontier Pt. 1“ ein absolutes Meisterwerk geschaffen was sogar Alben die „Helrunar – Sol“ in vielen Belangen übertrifft.
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