Wallis Bird performt ihre Songs nicht einfach, sie lebt sie

VERÖFFENTLICHUNG» 11.04.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Wer Wallis Bird einmal live erlebt hat, dem bleibt sie garantiert im Gedächtnis. Es ist nicht nur die eigenwillige Art der irischen Songwriterin, ihre Gitarre seitenverkehrt zu spielen, sondern vor allem die unglaubliche Energie, die sie auf der Bühne entfaltet. Sie performt ihre Songs nicht einfach, sie lebt sie. Dieselbe Energie steckt sie auch in ihre Alben, wie sie mit ihrem aktuellen Werk „Architect“ einmal mehr beweist.

Ihr inzwischen viertes Studioalbum hat Wallis Bird erneut mit Marcus Wüst produziert und auf ihrem eigenen Label veröffentlicht. Inhaltlich geprägt ist „Architect“ von dem Neubeginn, den der Umzug von London nach Berlin für die Sängerin bedeutete. Wallis singt von durchtanzten Nächten, verarbeitet eine gescheitert Beziehung und setzt auf selbstbewusste Neuorientierung. Dabei geht sie wie gewohnt musikalisch ihren ganz eigenen Weg, ohne Rücksicht auf stilistische Konventionen. So wird der energetische Opener „Hardly Hardly“ getragen von einem äußerst tanzbaren Beat, „I Can be Your Man“ lebt dagegen von rhythmischen Überraschungen und dem Einsatz so ungewöhnlicher Geräte wie einer Logarhythm Stomp Box. Das rockige „Daze“ könnte fast eingängig sein, wäre da nicht die eigenwillige Melodieführung, und das atmosphärische „Holding A Light“ entwickelt sich von einer ruhigen Ballade zu einem beinah verzweifelten Aufschrei.

Nicht zuletzt ist es Wallis ausdruckstarker Gesang, der jedem Song Glaubwürdigkeit verleiht und den Hörer berührt. „The Cards“, wo neben Wallis Stimme und Gitarrenspiel nur noch einige Streicher für Atmosphäre sorgen, ist so ein besonders eindringliches Stück, ebenso wie „Hammering“ mit seinem verrückten Intro  oder der stimmungsvolle Abschlusstitel „River Of Paper“. Hier bringt uns die Sängerin zum Träumen, davor aber mit „Cxmmunion“ und „Gloria“ noch mal ordentlich zum tanzen.

Wie Wallis Bird selbst hat „Architect“ jede Menge Ecken und Kanten und ist weit davon entfernt, gefällig zu sein. Seiner inhaltlichen und musikalischen Ehrlichkeit und Energie kann man sich aber kaum entziehen, wenn man sich erst mal darauf eingelassen hat. Und so hat sich auch dieses Album der irischen Songwriterin wieder neun Sterne verdient.

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