Was, wenn jeden Tag Silvester wäre? Ein Album für melancholische Feierlaune

VERÖFFENTLICHUNG» 19.09.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Jeden Tag Silvester ist zunächst mal ein ungewöhnlicher Bandname – einer, der nachdenklich macht. Was ist anders am letzten Tag des Jahres? Es wird gefeiert, getrunken, gelacht. Nach hinten und nach vorne geblickt. Am Himmel explodieren Raketen und wir fragen uns: War es ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Was sind meine neuen Vorsätze? Endlich weniger arbeiten und das Leben mehr genießen? Die Band thematisiert solche Wendepunkte gleich in zwei Songs, die das Album abschließen: „Zwischen den Tagen“ widmet sich der Zeit und der Vergänglichkeit, den glücklichen und den normalen Tagen. Und der Titeltrack entspricht schließlich auch dem Bandnamen. In „Jeden Tag Silvester“ kumulieren alle philosophischen Gedanken, die den Erstling der jungen Band um Bertram Ulrich (Gesang, Klavier, Lyrics) ausmachen.

„Giganten“ ist die erste Auskopplung des selbstbetitelten Debütalbums. Der Song „beschreibt diesen Moment, wenn du alles mal fallen lässt und dich groß fühlst. Nicht mehr haderst und über dich hinauswächst“, sagt Ulrich. „Einfach mal aufs Dach steigen und schreien: ,Hier bin ich!’ Auch wenn es sich im nach hinein vielleicht nicht gelohnt hat – es geht darum, das positive Gefühl in dem einen Moment auszukosten.“ Von solchen Momenten handeln viele Stücke der Band aus Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein. Und diese schwanken zwischen euphorisch und grüblerisch.

Die Vocals sind smart und sehr einschmeichelnd. Es wird den Sänger vermutlich nerven, wenn man ihn mit Tim Bendzko oder dem jungen Xavier Naidoo vergleicht, aber seine Stimmfarbe ist den beiden nun mal sehr ähnlich und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sich bei einzelnen Stücken auch in einem neuen Bendzko-Album wiederfinden. Die übrigen Bandmitglieder bringen sich gesanglich zwar mit ein, überlassen das Feld aber meist dem stimmgewaltigen Frontmann. Niclas Jawinsky (Gitarre, Gesang), Till Krohn (Bass, Gesang) und Tom Rieken (Schlagzeug, Gesang) sorgen lieber für die hymnische Grundlage und tun alles dafür, den Songs einen breitwandigen Sound mitzugeben. Dass da die Tradition von Coldplay und The Killers durch die Köpfe schwirrt, ist offensichtlich. Und mal ehrlich: In dem Fall sind mir die pianogefärbten Tracks dieser jungen deutschen Band tausend Mal lieber als der tranige Chris Martin mit seinen neuen Weltschmerz-Erfahrungen.

Auf Dauer bietet mir „Jeden Tag Silvester“ aber zu viel Gleichklang. Die Stücke sind oft wehmütig, melancholisch und erinnern an die Balladen, die inzwischen jede Deutschrock-Band in petto hat, um ein leuchtendes Handy-Display-Meer zu erzeugen. Die Band war schon mit Johannes Oerding und Silbermond auf Tour – dort fuhren sie sehr gute Kritiken ein. Wenn dann bald die Deutschland-Tour vor allem im Norden der Republik startet, ist da sicher noch eine Steigerung drin.

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Jeden Tag Silvester Tour 2014 / 2015 (präsentiert von Musicheadquarter.de)

  • 13.12.14 Trittau, Wassermühle
  • 19.12.14 Bad Oldesloe, Old Esloe
  • 20.12.14 Bad Oldesloe, Old Esloe
  • 15.01.15 Bremen, MS Treue
  • 16.01.15 Hamburg, Prinzenbar
  • 17.01.15 Bordesholm, Albatros
  • 24.01.15 Unna, Lindenbrauerei
  • 29.01.15 Fulda, Kreuzkeller
  • 30.01.15 Kiel, Orange Club
  • 31.01.15 Flensburg, Max
  • 06.02.15 Hameln, Sumpfblume
  • 07.02.15 Berlin, Crystal

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