Willer bringt es auf den Punkt: „Wovon sollen Lieder reden“

VERÖFFENTLICHUNG» 08.08.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Der August scheint die Zeit zu sein für deutsche Liedermacher, von denen ich bisher noch nichts gehört habe. Georg Auf Lieder liegt hier parat, dann Taama (Tamara Unterhuber), aber zunächst einmal Thorsten Willer. Ohne Wertung in der Reihenfolge – sein Album „Wovon sollen Lieder reden“ erscheint einfach als erstes.

Willer ist schon eine ganze Weile musikalisch unterwegs und hat bereits drei Alben auf eigene Faust veröffentlicht. Zeit genug, sich über ein wichtiges Thema Gedanken zu machen. Genau: „Wovon sollen Lieder reden„. So heißt nicht nur das Album, das bei Motor Music erscheint, sondern auch der eröffnende Titelsong. Eine nachdenkliche Gitarrenballade, auf der der Sänger einer verflossenen Liebe nachtrauert. Damit thematisiert er einerseits den Verlust seiner Muse, gibt aber auch die Antwort, indem er zugleich ein neues Thema findet.

Willer hat bereits die USA, Kanada und zahlreiche Länder Europas bereist, um dort als eine Art Wanderarbeiter Konzerte zu geben. Diese Abgeklärtheit hört man den neuen Songs an, die zwischen Melancholie und gelegentlichen rockigen Ausbrüchen schwanken. der Mann braucht eine Gitarre und Menschen, die ihm zuhören. Dann kann er von seinem Leben erzählen, ohne ins Fiktive zu flüchten, denn „schließlich merkt das Publikum, ob es ehrliche Musik präsentiert bekommt oder nicht“ (sagt er selbst). Dazu passt es auch, dass der gebürtige Haaner erstmals ausschließlich in deutscher Sprache singt.

Instrumente wie Gitarre, Mandoline und Klavier spielt Willer eigenhändig. So wurde es kein reines Gitarrenalbum – auch Hammond-Orgel, Mundharmonika und Streichersätze finden sich. Willers Vater trägt gar eine Akkordeonmelodie bei und verstärkt die Country-Elemente. Willer singt mit rauchiger, emotionaler Stimme. Ein großes Gewicht liegt auf den rhythmischen Passagen wie in „Rückenwind“ und „Viel mehr“. Mein Anspieltipp sei aber die Pianoballade „Die Zeit bleibt stehen“, die mich von Anfang an berührte.

Die Ochsentour durch die Clubs dürfte zunächst weiter gehen, doch mit diesem starken Album im Rücken lohnt sich der Weg allemal. Die nächsten Daten im Überblick:

Willer Tour 2014:

  • 12.11.2014 D-Tübingen, Café Haag
  • 13.11.2014 D-Landau, Südstern
  • 14.11.2014 D-Stuttgart, Sideways
  • 15.11.2014 D-Stuttgart, Café Stella
  • 20.11.2014 D-St. Peter-Ording, Café Instinkt
  • 22.11.2014 D-Halle, Lichthaus
  • 27.11.2014 D-Dresden, Laika
  • 28.11.2014 D-Leipzig, Mühlstraße
  • 29.11.2014 D-Berlin, Zimmer 16
  • 11.12.2014 D-Unna, Spatz & Wal

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