Wohlfühl-Pop mit großer Stimme – Dido bleibt sich auch auf ihrem vierten Album „Girl Who Got Away“ treu

VERÖFFENTLICHUNG» 01.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Wer in den letzten Wochen öfter Radio gehört hat, wird es bemerkt haben: Dido ist wieder da. Die blonde Sängerin mit der unvergesslichen Stimme hatte sich zuletzt eine fast fünfjährige Auszeit und Babypause gegönnt. Jetzt meldet sich die Britin mit ihrer Single „No Freedom“ und dem dazugehörigen Album „Girl Who Got Away“ zurück.

Bei „No Freedom“ mit dem eingängigen Refrain und seiner einfachen Botschaft hat man bereits nach dem ersten Hören das Gefühl, den Titel schon ewig zu kennen. Und ähnlich fühlt sich das ganze Album an – Dido schreibt ihre Songs nach altbewährtem Muster und hüllt uns mit ihrer warmen Stimme wie in eine weiche Decke ein. Da kann man sich bequem zurücklehnen und sich einfach wohlfühlen.

Man kann aber auch genauer hinhören. Dann entdeckt man die faszinierenden Rhythmen in „Blackbird“ oder den philosophischen Titelsong „Girl Who Got  Away, der sich über einem leise pulsierenden Keyboard entwickelt. „Love To Blame“ überrascht mit seinen Funkelementen und „Sitting On The Roof Of The World“ überzeugt mit ruhiger akustischer Gitarre und der interessanten Erkenntnis, dass der Weg zum Erfolg nicht so wichtig ist wie der Weg zurück ins normale Leben. Die meisten anderen Songs plätschern aber einfach nur nett über ihrer elektronischen Begleitung dahin, selbst die Zusammenarbeit mit dem angesagten Rapper Kendrick Lamar in „Let Us Move On“ fällt wenig spektakulär aus.

Etwas experimentierfreudiger zeigt sich Dido auf der zweiten CD der Deluxe Edition, die neben einer alternativen von Jeff Bhasker und Plain Pat produzierten  Version von „Let Us Move On“ und dem bisher nur digital erhältlichen Armin Van Buuren Remix von“ Everything To Lose“, das Dido für den Soundtrack von „Sex And The City 2“ schrieb, noch vier neue Songs enthält. Im atmosphärischen „All I See“ darf sich Rapper Peter Miser deutlich mehr austoben als Kollege Lamar und „Just Say Yes“  und „Lost“ spielen mit vielfältigen elektronischen und fast schon psychedelischen Effekten, worunter mein persönlicher Wohlfühlfaktor allerdings deutlich leidet

Wer Didos Musik bisher kann sich auch „Girl Who Got Away“ bedenkenlos zulegen. Die Deluxe-Edition ist aber eher etwas für Hardcore-Fans und Freunde von elektronischen Spielereien.