Xavier Naidoo – Bei meiner Seele: Das neue Album lässt den Funken nicht überspringen

VERÖFFENTLICHUNG» 31.05.2013
BEWERTUNG» 5 / 9
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Die Medienpräsenz von Xavier Naidoo ist trotz seines (zeitweiligen?) Ausstiegs bei den Söhnen Mannheims ungebrochen hoch – sei es als Juror von „The Voice Of Germany“ oder in diversen Projekten wie Xavas, Sing um dein Leben und der Xer. Während das Projekt mit Kool Savas noch überaus erfolgreich war, ging das Dubstep-Experiment Der Xer ziemlich unter. Irgendwann sagt auch der treueste Anhänger: Es reicht!

Natürlich muss sich Xavier keine Sorgen machen. Sein Name ist bekannt, das Best-of-Album „Danke fürs Zuhören“ erreichte auf Anhieb Platz 1 der Charts. Aber beispielsweise mit Henning Wiehland gibt es plötzlich einen weiteren Sohn Mannheims, der durch seine Tätigkeit bei „The Voice Kids“ die jüngere Generation anspricht und umtriebig in den Medien präsent ist. Ab Juni wird Naidoo mit einem musikalischen Quartett auf Solo-Tour gehen. Es wird also Zeit für neue Songs aus seiner Feder.

Das Album ist nach der 3CD-Mammut-Veröffentlichung „Alles kann besser werden“ mal wieder ein normales Album mit zwölf neuen Songs. Die Stücke sind sehr persönlich und gewähren den Zuhörern tiefe Einblicke in Naidoos musikalisches und privates Leben. Das sind wir schon aus der Vergangenheit gewohnt, doch auffällig ist, dass die Texte diesmal keinen religiösen Hintergrund haben. Stattdessen singt Xavier von seiner Passion als „Autonarr“ oder er covert ebenso wie Heino den Ärzte-Song „Junge“. Ich muss sagen, diese Comedy-Elemente sehe ich mit gemischten Gefühlen. Das ist nicht die Rückkehr von Xavier Naidoo, wie ich sie erwartet habe.

Es gibt gute Songs auf dem Album, sicherlich. Das soulige „Bei meiner Seele“ gehört dazu und gefällt mir vor allem in der einfachen Version, die den Abschluss der CD bildet. Tracks wie „Höchste Zeit“, „Hört, Hört“ und „Phrasen für dich“ sind okay, stellenweise aber auch einfach nur platt. Richtig begeistern kann mich als zweiter Song nur „Woran kann ich den Menschen erkennen“. Dann gibt es zum Ende hin das Aha-Erlebnis, dass Moses Pelham „Deine Last“ featured. Das war’s dann aber auch schon.

Gehen Xavier die Ideen aus? Verzettelt er sich in seiner Vielzahl von Projekten? Es scheint fast so und es tut weh, das zu hören. Michael Herberger fehlt eindeutig als Co-Songwriter. Und so viel auch über Xaviers wehleidiges Getue und seine christlichen Anleihen gelästert wurde – ich wäre froh, wenn er wieder dort hin zurückkehrt, emotionale Lieder singt und seinen Glauben hoch hält.