Xavier Naidoo & Kool Savas = Xavas „Gespaltene Persönlichkeit“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.09.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Ein Soul-König, der schon immer auch ein Faible für HipHop hatte, tut sich mit einem Rapper zusammen, der schon öfter bewies, dass er viel Seele in seine Songs steckt. Könnte die perfekte Symbiose sein. Schon bei Kool Savas‘ Album „Aura“ war Busenfreund Xavier Naidoo mit am Start. Und jetzt packen die beiden endgültig alle Zutaten in einen Topf, nennen sich konsequenterweise Xavas und legen ein Album mit Hit-Garantie hin: Zwei Künstler, die mit ihren CDs in der Regel auf Platz 1 charten – das dürfte auch im heißen Herbst gelingen.

Schon fürs Cover hat man sich viel Mühe gegeben. Ein Bild, auf dem man (je nach Blickwinkel) entweder Xavier und dessen Schriftzug, Savas mit entsprechendem Schriftzug oder ein gemeinsames Bild mit der Verbindung aus beiden Schriften sieht. Und dazu der Titel „Gespaltene Persönlichkeit“. Es wird schnell klar, dass das ganze Album mit Gegensätzen spielt und den Ideen, die sich aus diesen Polen entwickeln. Dabei sind beide ganz auf ihre Rollen festgelegt und verlassen diese (leider?) kaum. Xavier gibt den gefühlvollen, nachdenklichen Sänger mit sanfter Stimme, Kool Savas dringt aggressiv in die Songs ein und bohrt in den Wunden.

Musikalisch ist Perfektion Trumpf. Kein Wunder, wenn zwei alte Hasen zusammentreffen. Die melodische Seite harmoniert perfekt mit den harten Beats. Das sind wir schon von den Söhnen Mannheims gewohnt. So ist „Schau nicht mehr zurück“ auch der perfekte Einstieg für alle, die Xaviers Stimme bei den Söhnen schmerzlich vermissen. Ebenso das Gänsehaut-erzeugende „Wenn es Nacht ist“. Selbst ein Battle wie in „Satan weiche“ gelingt den beiden perfekt.

Xavier ist mal wieder Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Bald wird er wieder in der Jury von The Voice of Germany sitzen, mit seinen Ex-Kandidaten hat er die Truppe Sing um dein Leben gegründet und auch hier macht er alles richtig. Eins aber ist trotzdem sicher: Das Album wird nicht allen gefallen. Manche Fans von Kool Savas, die mit Xaviers samtweicher Stimme und seinen ewigen Koloraturen nichts anfangen können, werden sich voll Grauen abwenden. Aber das ist der Preis, den jede „Supergroup“ zahlen muss.