Xavier Naidoo veröffentlicht „Danke fürs Zuhören“ neu und erinnert an bessere Zeiten

VERÖFFENTLICHUNG» 13.12.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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2013 war in meinen Augen nicht das Jahr von Soulmeister Xavier Naidoo. Zuerst dieser durch und durch missglückte Release unter dem Pseudonym Der Xer mit einem schrillen Soundgemenge aus Dubstep und Rap, das höchstens in einer Techno-Disco funktionieren mag. Und auch das erste Soloalbum seit vier Jahren mit dem Titel „Bei meiner Seele“ ließ den Funken nicht überspringen. Was war los mit dem Meister aus Mannheim? Der soulige Titelsong ist das einzige Highlight auf dem Album. Ansonsten singt Xavier von seiner Passion als „Autonarr“ oder er covert ebenso wie Heino den Ärzte-Song „Junge“. Ich muss sagen, diese Comedy-Elemente sehe ich mit gemischten Gefühlen. Das war nicht die Rückkehr von Xavier Naidoo, wie ich sie erwartet habe.

Zum Jahresabschluss gibt es etwas Versöhnliches und Xavier Naidoo erinnert mich daran, warum ich seine Musik bisher immer so geliebt habe. Die Liedsammlung „Danke fürs Zuhören“ mit Songs aus den Jahren 1998-2012 erscheint neu und wird um eine DVD erweitert. Neue Songtitel gibt es gegenüber der ersten Version nicht – und ich bin auch nicht böse drum. Höchstens „Bei meiner Seele“ hätte man mit drauf packen können.

„Danke für’s Zuhören“ funktioniert als eine Sammlung seiner bekanntesten Titel. Fast alle waren Radiohits. „Sie sieht mich nicht“ gab es vorher nur auf dem Soundtrack zu „Asterix und Obelix gegen Cäsar“, „Seine Straßen“ auf einem Sampler der Rödelheimer. Daneben reiht sich Hit an Hit von „20.000 Meilen“ bis „Bitte hör nicht auf zu träumen“ in chronologischer Reihenfolge. Somit ist die Hitsammlung eine umfassende Zusammenstellung der harmlosen, eingängigen, mainstream-tauglichen Songs. Das sind nun mal die, die jeder aus dem Radio kennt. Und so macht die Compilation auch Sinn.

Der Untertitel „1. Zugabe“ bezieht sich also auf die DVD, die dem Release nun beiliegt. Darauf finden sich 15 Titel in Liveversionen von verschiedenen Konzerten und aus unterschiedlichen Jahren. Die Kulisse variiert vom kleinen Club bis hin zur gigantischen Berliner Waldbühne. Und in diesem Fall sind mit „Bei meiner Seele“ und „Hört hört“ auch zwei aktuelle Titel mit dabei. Wir bekommen hier also nicht das geschönte Ambiente einer Video-Compilation, sondern den rohen Xavier, der das tut, was er am besten kann: sich live vor seiner Zuhörerschaft präsentieren – ganz egal, wie der Rahmen dafür ausfällt. Etwas konfus finde ich dann noch die 12minütige Doku „Xavier unterwegs“. Es gibt Bilder aus Sri Lanka, aus Israel, von Videodrehs und vom Tourauftakt zu „Alles kann besser werden“.

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