Zen Zebra starten ihre Reise an der „Awaystation“

VERÖFFENTLICHUNG» 24.08.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das Quintett Zen Zebra stammt aus Leipzig und legt hier mit „Awaystation“ ein sehr leidenschaftliches Debüt vor. Schon die 2009er EP „Take Back The Reins Apollo“ ließ aufhorchen und führte die Band im vergangenen Jahr mit Blackmails Kurt Ebelhäuser ins Studio, um an einem Nachfolger – dem ersten Longplayer – zu arbeiten. Die Verbindung, die da aus der gemeinsamen Tour Anfang 2012 gewachsen ist, scheint tief zu sein und Zen Zebra sind in die Blackmail-Familie aufgenommen. Eine gute Basis, um die Alternative-Welt zu erobern.

Man muss sich zunächst in Martin Endts Vocals reinhören. So kommen die textlichen Eskapaden des Openers „Butterfly Skin“ gerade recht. Seine Stimme klingt oft verzweifelt, auf jeden Fall aber äußerst emotional und authentisch. Da mischen sich viel Wut und Verzweiflung in die zerbrechlichen Klänge. Zwar gibt es überragende Gitarrenflächen und ein brachiales Gehabe, doch alles in allem klingt das Album an vielen Punkten auch sehr intim und intensiv.

Ebelhäuser hat schon den Donots und Long Distance Calling seinen Stempel aufgedrückt. Auch aus Zen Zebra lockt er viele verborgene Talente raus. Es gibt Melodisches wie „Rubicube“ und „Read Me To Sleep“, aber auch ganz verstörende Elemente in „Footprints On Sinking Ships“ und „For The Heart Is An Organ Of Fire“. Die Gratwanderung zwischen aggressiven Parts und ruhigen Tönen, die uns tröstend in den Arm nehmen, zieht sich bis zum Schluss durch. Und am Ende siegt die Leidenschaft. Ein durchaus beeindruckender Erstling einer deutschen Band.