Zum dritten Todestag von Willy DeVille erscheint „Live At The Metropol Berlin“

VERÖFFENTLICHUNG» 03.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Am 6. August 2009 starb William Paul Borsey Junior kurz vor seinem 59. Geburtstag in New York an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Welt kannte ihn als Willy DeVille. Sein musikalisches Erbe umfasst zahllose Solo- und Bandalben, seine Karriere war ein stetiges Auf und Ab. Wer mit seiner Musik nichts anfangen konnte, der erinnert sich mit ziemlicher Sicherheit zumindest an sein extravagantes Outfit: Das überlange Jackett, den Diamanten im Schneidezahn, das Menjou-Bärtchen. Für viele gilt Willy DeVille bis heute als der letzte Grandseigneur des Rock.

Zu seinem dritten Todestag ehrt ihn das Kölner Label Meyer Records mit einer ganz besonderen Veröffentlichung: „Live At The Metropol Berlin“, einem Mitschnitt des Konzertes vom 24. Juni 2002, das in Fankreisen als eines der besten von Willy DeVille gilt. Die CD enthält jedoch leider nur 18 Songs. Wer das vollständige Konzert sein Eigen nennen möchte, der sollte lieber direkt zur zeitgleich erscheinenden Doppel-LP greifen, die zudem noch ein 24-seitiges Booklet mit einem Interview des Meisters bereithält. Dagegen nimmt sich das Artwork der CD schon fast lieblos aus. Als Konsequenz gibt es dafür einen Punkt Abzug in der B-Note.

Musikalisch lässt Willy DeVille an diesem frühsommerlichen Abend des Jahres 2002 so gut wie keine Wünsche offen. Von „Loup Garou“ bis „Hey! Joe“ röhrt, flüstert und stöhnt er sich durch sein gleichermaßen rührseliges wie bluesgeschwängertes Repertoire. Unterstützt wird er dabei von einer famosen Backing-Band, bestehend aus Freddy Koella (Gitarre, Violine, Mandoline), Bassist David Keyes, Boris Kinberg (Percussion) sowie den beiden Sängerinnen Dorene und Yadona Wise. Das Metropol verwandelt sich in eine verrauchte Kneipe irgendwo in den Südstaaten, in der die Whiskeyflaschen schneller kreisen als der Deckenventilator.

Ein grosser Musiker. Ein grosses Konzert. Ein grossartiges Vermächtnis. Das Ganze gibt es übrigens auch noch als aufwändig ausgestattete 3-DVD-Box („Still Alive“). Die Willy DeVille-Festwochen sind eröffnet!